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Das europäische Melodram im »langen 19. Jahrhundert«

I. Studientag des Instituts für Musikwissenschaft, 2012

Das europäische Melodram im »langen 19. Jahrhundert« I. Studientag des Instituts für Musikwissenschaft, 2012

Als »Genre von der unerquicklichsten Gemischtheit« hat Richard Wagner es 1852 in Oper und Drama diffamiert, und heute bezeichnet das Wort »melodramatisch« nur noch hohles Pathos: So beliebt es einst war, hat das Melodram eine denkbar schlechte Presse bekommen. Das Institut für Musikwissenschaft und Sprachen der HMT Leipzig hat sich am 16. Juni 2012 in einem Studientag dieses Genres angenommen. Vor kleinem, aber interessiertem Publikum entwarfen die Lehrenden des Instituts ein europäisches Panorama des Melodrams im »langen« 19. Jahrhundert: »lang« mit dem Begriff von Eric Hobsbawm, weil – wie die Beiträge bestätigten – Entwicklungen des 19. Jahrhunderts teils in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts aufgegleist wurden, teils ins 20. Jahrhundert hineinragten. Dabei zeigte sich zweierlei: erstens, dass die Gattung eine wahre Fundgrube ist. Schon das Spektrum der Texte bestätigt das. Literaturadaption und Mythenrezeption fand ebenso ihren Platz wie Gruselgeschichten und befremdlich Patriotisches am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Zweitens erwies sich die Spannweite dessen, was als »Melodram« bezeichnet wurde. Melodramen mit Klavier- oder Orchesterbegleitung, Bühnen- und Konzertmelodramen, Rezitation gleichzeitig mit der Musik oder zwischen deren auf Gesten komprimierte Einwürfe – und dazu noch ein weithin unabhängiges italienisches melodramma: Auch wenn die Musikwissenschaft in den letzten Jahren einige Ansätze zur Melodramforschung vorgelegt hat, ist noch nicht viel sicherer Boden unter den Füßen.

 

Zunächst referierte Kateryna Schöning über Das Melodram in Russland – Evstignej I. Fomins »Orfeo et Euridice« (1792). Ihr Vortrag gab den Ton vor, indem sie nicht nur auf die kulturellen Zusammenhänge in Russland, sondern auch auf Forschungslücken und in diesem Falle gravierende Probleme der Überlieferung und Zugänglichkeit der Quellen hinwies.

 

Elisabeth Sasso-Fruth lenkte den Blick danach auf Das Melodram in Italien – Felice Romanis Bearbeitungen des »Romeo und Julia«-Stoffes, mithin auf einen Librettisten und seine je nach Komponist verschiedenen Strategien der Texteinrichtung im italienischen melodramma. Sowohl durch die literaturwissenschaftliche Perspektivierung als auch durch den Hinweis auf eine gänzlich verschiedene Verwendung des Begriffs »Melodram« tarierte sie damit die anderen, zumeist am musikalischen Text argumentierenden Vorträge aus.

 

Christoph Hust stellte zum Thema Franz Liszts »Der traurige Mönch« – komponierte Schauerliteratur und »das Häßliche« in der Musik Überlegungen zur kompositorischen Faktur des Stückes mit Ganztonleitern und übermäßigen Dreiklängen an und skizzierte eine Legitimation dieser Klänge durch die vom Sujet vorgegebene Ästhetik.

 

Wolfgang Gersthofer setzte sich mit einem der beliebtesten »ernsten« Melodramen der Jahrhundertwende auseinander und stellte in seinem Vortrag Zu Max von Schillings' »Hexenlied« op. 15 (1902) den Umgang des Komponisten mit dem thematischen Material in den Mittelpunkt.

 

Mit dem Vortrag von Christoph Sramek wechselten Schauplatz und Szenerie abermals: Das Melodram in Tschechien – Zdeněk Fibich (1850–1900) erwies sich in seinen Analysen musikalisch als entwickelnde Auseinandersetzung mit Robert Schumann, inhaltlich als Rezeption antiker Mythologie.

 

Zuletzt schlug Barbara Wiermann den Bogen zur Alltagskultur. Dem Thema Melodram als Hausmusik – die Gattung im gesellschaftlichen Kontext des frühen 20. Jahrhunderts näherte sie sich über die Publikationsgeschichte in speziellen Melodram-Notenreihen für den Privatgebrauch an, die mit ihren stereotypen Themen von Weihnachten bis Krieg den Markt dominierten.

 

Der von Christoph Hust und Lea Schmidt ausgerichteten Tagung schloss sich ein kleines Konzert an, bei dem Christina Bernhardt und Thomas Trolldenier gemeinsam mit Sun-ah Park und Gudrun Franke in einer schönen Mischung aus Repertoire- und Raritätenprogramm Melodramen von Oskar Brückner, Felix Draeseke, Franz Liszt und Robert Schumann vorstellten.

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