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Festival des ZfGM im Juni 2019

Komponieren in der Schule

Seit den 1970-er Jahren gibt es zahlreiche pädagogische Konzepte und Materialien für das kreative Gestalten, das Erfinden von Musik in der Schule. Angefangen von einfachen Erfindungsaufgaben in Einzel- oder Kleingruppenarbeit hat sich das Spektrum bis auf umfangreiche Kompositionsprojekte in Zusammenarbeit von Schule und Sinfonieorchester erweitert. Das Potenziel, das in dieser Umgangsform mit Musik besteht, ist umfangreich und unumstritten und stößt bei Schüler/innen meist auf großes Interesse, da sie hier ihre eigenen Ideen, Wünsche, Expertisen sehr gut einbringen können. Trotzdem werden Kompositionsaufgaben im Musikunterricht selten gestellt. Meist begegnet man - wenn überhaupt musiziert wird - einem repruduktiven Umgang mit Musik. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Sie werden oft in mangelhafter Ausstattung mit geigneten Instrumenten, fehlenden Räumen für Kleingruppenarbeit und knapper Unterichtszeit gesucht. Ein wesentlicher Verhinderungsgrund liegt aber in der Unsicherheit, der mangelnden fachlichen Kompetenz seitens der Unerrichtenden. Viele Lehrkräfte trauen es sich nicht zu, kreative Gruppenarbeiten präzise zu erstellen und kompetent zu betreuen, Lernenden ein qualifiziertes Feedback zu deren kopositorischen Entwürfen oder Improvisationsideen zu geben und letztlich die Ergbenisse fachgerecht zu beurteilen.

Um das Feld kompositorischen Arbeitens im Musikunterricht methodisch-didaktisch zu beleuchten, wurden im Rahmen des Festivals für Gegenwartsmusik Vorträge und ein Workshop organisiert. Eingeladen waren Referenten/innen mit langjähriger Erfahrung auf diesem Gebiet.

Eröffnet wurde die Vortragsreihe am 21.6.19 von Steffen Reinhold. Reinhold ist Dozend für Musikpädagogik an der HMT, Komponist und Betreuer nationaler und internationaler Schüler-Kompositionsprojekte in Zusammenarbeit mit dem Mendelssohn Kammerorchester Leipzig. Er stellte eine mögliche Systematik zur kompositionspädagogischen Arbeit an den Anfang, auf die sich die Gäste in ihren Referaten bezogen.

 

Festival des ZfGM im Juni 2019

Vortrag I: Susanne Zeh-Voß

Festival des ZfGM im Juni 2019 Vortrag I: Susanne Zeh-Voß

Anschließend an diese Einleitung erhielt Susanne Zeh-Voß das Wort. Sie ist Co-Leiterin der Komponistenklasse Halle und führt Schulprojekte zum Thema „Musik erfinden" durch. Das Thema ihres Vortages lautete: „KOMPÄD – Theorie und Praxis eines Förderprojektes zur pädagogischen Weiterbildung von Komponisten*innen“. Die Referentin stellte fest: "Für Komponistinnen und Komponisten eröffnet sich in der kompositorischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein Berufsfeld, auf das sie in ihrem Studium nicht vorbereitet werden, da pädagogische Inhalte nicht Teil ihrer Ausbildung sind."  Im Folgenden berichtete sie von KOMPÄD, einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Weiterbildung, die genau diese Lücke schließen wollte. Komponistinnen und Komponisten konnten sich  hier mit verschiedenen pädagogischen Ansätzen theoretisch und vor allem praktisch beschäftigen und dabei konkretes Handwerkszeug für die kompositionspädagogische Arbeit mit Gruppen von Kindern und Jugendlichen erlangen. Susanne Zeh-Voß resümierte, dass ihr diese Fortbildung wesentliche Impulse für die eigene Arbeit gegeben habe und bedauerte, dass das Programm nicht weitergeführt wird.

Festival des ZfGM im Juni 2019

Vortrag II: Anja-Christin Winkler

Festival des ZfGM im Juni 2019 Vortrag II: Anja-Christin Winkler

Im zweiten Vortrag berichtete Anja-Christin Winkler, Musiktheaterregisseurin und Lehrberauftragte der HMT, vom Schüler-Kompositionsprojekt „geo-sounds“ (2012-14). Dieses außergewöhnliche länderübergreifende Projekt vereinte fünfzig Schülerinnen und Schüler aus fünf deutschen und polnischen Städten aus tagebaugeprägten Gegenden, die für das Mendelssohn Kammerorchester Leipzig komponierten und mit den Profimusikern auch gemeinsam musizierten. "geo-sounds" begann mit einer Reise in die Urzeit und endete mit dem Blick in die Zukunft. Die Teilnehmenden "übersetzten" einerseits die geologische Entwicklung der heimatlichen Landschaft vom Eozän, dem Beginn der Braunkohleentwicklung, bis heute in Klänge und musikalische Strukturen. Andererseits  beschäftigten sie sich mit wichtigen ökologischen Fragen der Gegenwart und Zukunft und verklanglichten ihre Erkenntnisse und Zukunftsvision. In Konzerten in Leipzig, Görlitz, Dresden und Krakau wurden die Ergebnisse zusammen mit dem Orchester präsentiert. Das Highlight dieses Projektes bildete eine einjährige Onlinekomposition, an der sich weltweit alle Internetnutzer beteiligen konnten. Anja-Christin Winkler verdeutlichte, welche Bildungschancen in in einem solchen Projekt stecken.

 

Festival des ZfGM im Juni 2019

Vortrag III: Hans Schneider

Festival des ZfGM im Juni 2019 Vortrag III: Hans Schneider

Den dritten Vortag hielt Hans Schneider zum Thema: „Künstlerische Interventionen als Impulse für ästhetische Grenzüberschreitungen im Kontext experimentellen Gruppen-Komponierens". Hans Schneider, Prof. für Musikpädagogig aus Wien, wirkte in zahlreichen deutschen und österreichischen Kompositionsprojekten mit und veröffentlichete wichtige Beiträge zu dieser Thematik. Der Referent stellte fest, dass bei den derzeit zahlreichen kompositionspädagogischen Aktivitäten meist der Frage nachgegangen werde, wie denn die Teilnehmenden solcher Kompositionsprozesse das ihnen zur Verfügung gestellte Material bearbeitet haben und wie sie mit den vereinbarten kompositorischen Regeln umgegangen sind. Selten bis nie aber stehe die Frage im Zentrum, ob und welche Art von künstlerisch-ästhetischer Erfahrung sie gemacht haben, eine Erfahrung, die über den Erwerb von Wissen oder sozialem und individuellem Erleben hinausgeht. In seinem Referat ging Schneider der Frage nach, ob und welche „künstlerischeren Interventionen“ in solchen Projekten günstig seien, vielleicht sogar notwendig seien, damit die Teilnehmenden eine gemeinsame und persönliche ästhetische Grenze überschreiten könnten.

An die Vorträge schloss sich eine Gesprächsrunde an, moderiert von Steffen Reinhold. Hier wurden noch einmal verschiedene Aspekte aus den Vorträgen vertieft , auch das Publikum beteiligte sich rege und brachte weitere Impulse in die Thematik ein.

Was an diesem Nachmittag auch deutlich wurde: Was die Gesellschaft braucht, ist, dass wir Grenzen überschreiten. Es ist nicht hilfreich, das Gewohnte zu zementieren. “Fridays for Future” zeigt momentan ganz deutlich, dass sich gerade die junge Genration auf den Weg macht und Veränderung als Chance und nicht als Verunsicherung oder Bedrohung begreift. Kompositionspädagogische Arbeit kann dabei einen Beitrag leisten, weil sie den Jugendlichen ein wichtiges Medium zur Artikulation ihrer Visionen erschließen hilft: die Musik.

An die Wortbeiträge schloss sich noch ein Praxisworkshop an, angeleitet durch Hans Schneider, an dem zahlreiche Schulmusikstudierenden teilnahmen.

Eine erfreuliche "Zugabe" stellte ein Radiobeitrag auf MDR-Kultur dar, in dem wesentliche Momente dieses Nachmittags vorgestellt wurden und der mehrere Kurz-Interviews enthielt.

 

(Steffen Reinhold)

 

Workshop mit Hans Schneider 

 

Andächtig genießend ziehen die TeilnehmerInnen des Workshops singend durch die Eingangshalle der Hochschule. Es klingt ein mehrstimmig gesungener französischer Kanon, der wie der Regen, von dem das Lied handelt, von den Wänden plätschert.

Die kleine Chorperformance stellte den Abschluss der Tagung am 21.6.2019 im Rahmen des diesjährigen ZFGM-Festivals dar. Nach Vorträgen zu Kompositionsprojekten mit anschließender Diskussionsrunde folgte ein Workshop von Hans Schneider zum Thema „Kompositionspädagogik“. Die Teilnehmenden kamen in den Genuss einiger seiner Improvisationsübungen aus dem Buch „Musizieraktionen – frei streng lose: Anregungen zur V/Ermittlung experimenteller Musizier- und Komponierweisen“, welches 2017 erschienen ist.         

Nachdem die vorhergehenden Vorträge verschiedene Kompositionsprojekte thematisiert hatten, war es nun Ziel des Workshops, einige Vorübungen und Herangehensweisen zum Thema „Komponieren und Improvisieren in der Schule“ vorzustellen und auszuprobieren.         
Die Konzepte von Hans Schneider sind für die unterschiedlichsten Gruppen geeignet. Sein Buch bietet verschiedene Materialien und Übungen zur improvisatorischen und kompositorischen Arbeit mit experimenteller zeitgenössischer Musik. Man findet vielseitige Anleitungen zum Spiel mit Stimme, Instrumenten, aber auch mit Alltagsgegenständen, die oft eher performativen als sanglichen oder instrumentalen Charakter haben. Hauptziel von Hans Schneider ist es, damit die Wahrnehmung der Teilnehmenden für Neue Musik zu sensibilisieren und durch die eigene Beschäftigung mit der Musik, diese zu einem Teil deren Wirklichkeit werden zu lassen.
Das Warm-Up stellte eine solche Übung dar: Die Gruppe vertonte ihre eigenen Namen. Gearbeitet wurde dabei teilweise mit gesungenen Elementen mit beliebigen Tönen auf den Vokalen, aber auch mit perkussiven, sprachlichen Elementen mit den Konsonanten. Es entstanden kleine Vokalstücke, die anschließend durch das Verändern verschiedener musikalischer Parameter gemeinsam bearbeitet wurden. Der Einstieg war gelungen: Begeistert von der Einfachheit der Mittel, die es für ein ausdrucksstarkes Musikstück bedarf, experimentierten die Teilnehmenden weiter mit den Klängen von Buchstaben. Hans Schneider wird mit diesen einfachen Mittel wahrscheinlich den „strengen“ Teil seiner „Musizieraktionen“ beschreiben, wobei den „losen“ und „freien“ Anteil daran die improvisatorische Freiheit darstellt (siehe Titel seines Werkes).
Bei einem weiteren Spiel ging es um die Vertonung von Buchstaben, die auf Kärtchen gezogen und mit einem dazugehörigen Adjektiv beschrieben wurden. So hörte man schließlich, wie ein dickes B oder ein spitzes T klingen und mit einfachen Regeln wurde daraus ein kleines Stück gebaut. Festgelegt wurde nur ein zeitlicher Rahmen und wie oft die Geräusche ertönen sollen.

Anschließend wurde die Gruppe für eine kleine Kompositionsarbeit in Kleingruppen eingeteilt. Komponiert werden sollte ein kurzes Vokalstück mithilfe der Elemente aus den vorhergehenden „Inspirationsübungen“. Die Ergebnisse hätten unterschiedlicher nicht ausfallen können: Hörte man bei der einen Gruppe einen meditativen Klangteppich, der sich in der Reflexion als Vertonung der Bewegungen der Straßenkreuzung hinter den Fenstern entpuppte, bot eine andere Gruppe ein Ping-Pong von zornigen Konsonanten gegen wohlklingende Vokale.
Alles in allem gab der Workshop einen tollen Einblick in die Herangehensweise von Hans Schneider an die improvisatorische Arbeit mit Laiengruppen und der Horizont der Teilnehmenden wurde um ein Stück wertvolle Pädagogik erweitert. Für die Studierenden des Seminars „Komponieren und Improvisieren in der Schule“ (Steffen Reinhold) stellte die Tagung mit dem Workshop einen tollen Abschluss dar, der die Überlegungen aus dem Seminar mit neuen Praxisbeispielen unterfütterte und abrundete.      

  
(Edda Krause-Wichmann)

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