Tonsatz/Gehörbildung/
Musiktheorie

Zur Geschichte

Der Teilbereich Tonsatz hatte innerhalb der Fachrichtung bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts - damals noch unter dem Namen Theorie der Musik - eine immense auch internationale Ausstrahlung. Der jüngst wieder intensiv rezipierte philosophisch argumentierende Moritz Hauptmann lehrte hier, ebenso E. Th. Fr. Richter und S. Jadassohn, deren praktische Orientierung die Leipziger Musiktheorie gerade auch im englischsprachigen Ausland bekannt machte. Hugo Riemann, der bedeutendste Theoretiker um 1900, wurde an der Leipziger Hochschule ausgebildet. Seine Theorien erlangen seit ca. zehn Jahren in Amerika eine rasante Neuformulierung unter dem Namen Neo Riemannian Theory. S. Karg Elerts exzentrische und Hermann Grabners Lehre in der Nachfolge Riemanns sind nach dem 2. Weltkrieg im einen Fall für den ostdeutschen Raum, im anderen für den westdeutschen prägend gewesen. Diese zwischen philosophischer und praktischer Akzentuierung stehende Musiktheorie (die Theoriegeschichte der eigenen Institution) zu erforschen, sie weiterzuentwickeln und ihre Rezeption in anderen Ländern zu erkunden bietet gerade dem Hauptfachunterricht interessante Aufgaben.

 

Praktische Arbeit

Eine Besonderheit der Pflichtfachausbildung ist deren Orientierung an praktischer Arbeit, am Musizieren. Dies wird durch Unterricht in kleinen Gruppen von zwei bis drei Studierenden gewährleistet.

 

Kooperationen und Interdisziplinarität

Das Fach Tonsatz bietet Chancen zu vielfältiger Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen.
Ein Beispiel für ein kooperatives Projekt ist die Aufführung einer von Schulmusik- und einem Hauptfachstudenten instrumentierte und bearbeitete Operette für Kinder „Die kleine Aehrenleserinn" von J.A. Hiller. Für eine Werkstattaufführung arbeiteten die Instrumentatoren und Studierende anderer Fachrichtungen (Dramaturgie/Regie, Dirigieren und Gesang (für die gesangspädagogische Betreuung der Kinder)) mit SchülerInnen und Lehrern der Thomasschule zusammen. 

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