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Fakultätsprojekt

Gesten gestalten – Spielräume zwischen Sichtbarkeit und Hörbarkeit, 14. bis 16. Januar 2016

»Am einen Ende der Skala gibt es die majestätischen und wenig zahlreichen Gesten, deren Bedeutung auch durch Jahrtausende noch nicht ausgeschöpft ist. Am anderen Ende gibt es jene Vielzahl leerer Gesten, die wir machen und um uns herum beobachten und die versuchen, die unseren Stimmungen durch die majestätischen Gesten vorgegebene ›ursprüngliche‹ Bedeutung auszuschöpfen.« (Vilém Flusser)

 

Anders als die konventionell fixierten Symbole der Sprache scheinen viele Gesten spontan und unmittelbar zu entstehen. Doch bei näherer Betrachtung erweist sich diese Annahme als trügerisch. Gesten sind gleichfalls Prozessen der Konventionalisierung unterworfen, sind eher angeeignet als spontan und nicht selten eher stereotyp als individuell. Im Spannungsverhältnis zwischen Individualität und Konventionalität, zwischen Fülle und Leere müssen sich auch die gestalteten Gesten der Kunst behaupten. Das Interesse des ersten Fakultätsprojektes der Fakultät III bestand darin, diesen Bereich zwischen Leere und Fülle sowie auch zwischen Sichtbarkeit und Hörbarkeit gestalteter Gesten auszuloten. Dabei wechselten sich wissenschaftliche und künstlerische Perspektiven auf die Thematik ab.

 

Die Konzertperformance LICHTsKLANGRÄUME verwandelte das Hauptgebäude der HMT in diesem Rahmen in einen Raum, der dem Publikum ungewohnte Perspektiven und neue musikalisch-szenische Erfahrungen eröffnete. In interdisziplinären Performances, Installationen und experimentellen Konzerten setzten sich Studierende der Hochschule und der Kunstpädagogik der Universität Leipzig mit dem Thema Geste auseinander: Gesten entstehen in der körperlichen Bewegung, sie überschreiten die Grenzen sprachlicher Kommunikation und als Denkfigur birgt die Geste ein kritisch-dynamisches Potenzial. Diese Möglichkeiten nutzten die Studierenden, um innerhalb der Architektur und der musikalischen Tradition der Hochschule neue Spielräume zu suchen: Welchen Gestus vermittelt das 1887 vom Architekten Hugo Licht entworfene Gebäude (daher der Titel: LICHTsKLANGRÄUME) und wie schreiben sich heutige Performer darin ein? Mit welcher Erwartungshaltung besucht ein Konzertpublikum diesen Ort und wie können gängige Konventionen überschritten werden?

 

Die Ergebnisse des Symposiums sind dokumentiert im Kongressbericht Gesten gestalten – Spielräume zwischen Sichtbarkeit und Hörbarkeit, hrsg. von Constanze Rora und Martina Sichardt, Hildesheim u.a.: Olms 2018.