Architektur und Raum für die Aufführungskünste
Entwicklungen seit den 1960er Jahren

Transdisziplinäres Forschungsprojekt
zwischen Theater- und Medienwissenschaft  und
Architekturgeschichte und -theorie
Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Bildnachweise:  Theater in Epidauros, 4./3. Jahrhundert v.Chr. Modell: Roland Reimann  Lehrstuhl für Raumkunst und Lichtgestaltung der Technischen Universität München    Friedrich Kiesler (1890-1965) Universal Theatre, Projekt 1959-1962 Modell: Alexander Felix, Enrica Ferucci, Moritz Seger  Lehrstuhl für Raumkunst und Lichtgestaltung der TU München.

Theater in Epidauros, 4./3. Jahrhundert v.Chr.,  Modell: Roland Reimann
© Lehrstuhl für Raumkunst und Lichtgestaltung der TU München

 

Seit den frühen 1990er Jahren gilt dem Raum als Konstrukt und Gestaltungsparameter in der Beobachtung und Analyse zeitgenössischer kultureller, sozialer und künstlerischer Entwicklungen verstärkte Aufmerksamkeit. Basierend auf dieser Entwicklung widmet sich das Forschungsprojekt dem Zusammenhang von architektonischen Entwicklungen und raumbildenden künstlerischen Prozessen und Praktiken in den Aufführungskünsten seit den 1960er Jahren. Die Untersuchungen konzentrieren sich zunächst auf den Bereich von Theater, Tanz, Performance, um von dort aus Erweiterungen in den Blick zu nehmen, die in Raum und Architektur die Gattungszuweisungen der Künste, z. B. in Richtung auf Ausstellungen, Interventionen oder temporäre Architekturen, überschreiten.

 

Das Projekt zielt erstmals auf eine vergleichende Untersuchung zum Theaterbau seit den 1960er Jahren im deutschsprachigen Raum. In gleicher Weise beschreibt und analysiert es, ob und wie sich - ausgehend von den sich seit den 1960er Jahren verändernden Inszenierungsstrategien, Spielweisen und Präsentationskonzepten - Räume und Häuser etablieren können, die nicht dem traditionellen Bautyp Theater entsprechen.

 

Vor diesem Hintergrund wird mit unterschiedlich aufgefächertem methodischem Instrumentarium, als Überblick und in exemplarischen Detailanalysen, diese zentralen Fragen untersucht: Wie lässt sich der Zusammenhang zwischen 

- Architektur und urbaner Verortung der Theatergebäude oder Spielstätten, 

- deren Raumordnung im Inneren, sowohl als Gefüge unterschiedlich funktionaler Räume wie als Schau-/Spielanordnung und 

- den in und mit ihnen agierenden Präsentationsformen und szenischen Praktiken beschreiben und differenzieren? 

Die Ergebnisse werden in den Zusammenhang einer diskursanalytisch fundierten und historisch ergänzenden Untersuchung zur Herausbildung von Standards, Entscheidungsprozessen zu Architektur und Aufführungspraktiken sowie zu den Bedingungen ihrer Verschiebung gestellt.

 

Projektbeginn: 1. Januar 2017

 

Leitung:

Prof. Dr. habil. Barbara Büscher, Hochschule für Musik und Theater Leipzig,

Prof. Dr. Annette Menting, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Verena Elisabet Eitel, Dipl. Dramaturgin

Studentische Mitarbeiterinnen: Lisa Ahrens, Maria Wendland

 

Kooperationspartner_innen:

Dr. Regina Bittner, Kulturwissenschaftlerin, Stiftung Bauhaus Dessau

Dr. Jan Lazardzig, Department of Theatre Studies, Universiteit van Amsterdam

Prof. Dr. Hans-Rudolf Meier, Denkmalpflege und Baugeschichte, Bauhaus-Universität Weimar

Univ.Prof.Dr.DI Sabine Pollak, Architektur/Urbanistik, Kunstuniversität Linz

Prof. Dr. Sigrid Schade, Institute for Cultural Studies in the Arts, Zürcher Hochschule der Künste

Prof. Dr. Christina Thurner, Theaterwissenschaft, Universität Bern

 

Informationen zu "Architektur und Raum der Aufführungskünste" auf den Internetseiten der DFG.