Symposion »Musik und Humor«

13. bis 15. März 2015

Musik und Humor treten häufig gemeinsam auf, sei es im Musiktheater, Schauspiel oder Kabarett, in Film und Fernsehen, in der Live-Situation oder in konservierter Form. Dabei kennt der musikalische Humor verschiedene Spielarten: Er kann kontrapunktieren, persiflieren, parodieren, überraschen, übertreiben und vieles mehr. Auch thematisch sind ihm keine Grenzen gesetzt. So greifen Komponisten und Musiker auf humorvolle Weise den Staatsmann an, spielen mit gesellschaftlichen Stereotypen, nehmen andere Komponisten auf die Schippe oder gar das eigene Publikum. Es scheint, als eigne sich Musik ausgesprochen gut, um humoristische Inhalte zu transportieren.

Dabei ist zwischen einem wort- und textgebundenen Humor und einem objektgebunden Humor in der Musik zu unterscheiden. Ersterer vermittelt Komik durch Sprache, letzterer beruht auf nicht-sprachlichen Lauten, z. B. wenn die Musik einen Tierlaut imitiert oder wenn sie aus rein musikimmanenten Gründen komisch wirkt. An dieser Stelle wäre zu fragen, ob Musik an sich überhaupt komisch sein kann und wenn ja, wie. Weiterhin gilt es, die Zeichensysteme verschiedener Epochen, Genres und Stile zu berücksichtigen, die nicht zu jeder Zeit und von jedem Rezipienten gleich verstanden werden. Außerdem können Beiträge aus anderen Disziplinen dazu beitragen, das Phänomen »Humor« besser zu erfassen.

Das Symposium bot einen Überblick über das Forschungsfeld »Musik und Humor«. Damit war das Thema nicht weiter eingeschränkt. So wurde ein Austausch zwischen verschiedenen Projekten und Forschungstraditionen angeregt. 
 

Organisation: Felicitas Förster, Judith Schor, Christine Vogel und Huiwan Xu.

 

 

 

Programm:

 

Freitag, 13. März 2015

 

10:30 Uhr – Begrüßung (Judith Schor)

 

10:45 Uhr – Musik und Humor. Eine Einführung (Dr. des. Maria Goeth)

 

11:15 Uhr – Humor als Merkmal der Sängerpersönlichkeit? (Dipl.-Psych. Claudia Schwarzenberger)

 

11:45 Uhr – Mittagspause

 

14:00 Uhr – Negationsmusik und der humoristische Effekt (Dr. Mario Harz)

 

14.30 Uhr – Humor in der Musik – Humor in der Sprache. Von Chancen, Unterschieden und Missverständnissen (Dr. des. Maria Goeth)

 

15:00 Uhr – Captaine Humes Musicall Humors. Versuch einer Annäherung an ein 400 Jahre altes Konzept (Stefan Wagner)

 

15:30 Uhr – Kaffeepause

 

16:00 Uhr – Lachen über Mozart – eine komische Harmonielehre am Beispiel von Theaterszenen (Elke Reichel)

 

16:30 Uhr – Deformation auf der Struktur-Ebene als Merkmal verschleierten Humors in Mozarts Instrumentalen Rondos (Uri Rom)

 

17:15 Uhr – Jacques Offenbach – nur ein Meister des Humors? (Juri Friedrich)

 

18:00 Uhr – Get together

 

Samstag, 14. März 2015

 

10:00 Uhr – Traum und Erwachen. Zur Ironie in den Musikkritiken und Instrumentalwerken Robert Schumanns (Dr. Florian Kraemer)

 

10:30 Uhr – Zum Humor der französischen Lohengrin-Parodien (Christian Dammann)

 

11:00 Uhr – Humorvoll, ironisch oder gar zynisch? – Die Umsetzbarkeit komplexer ästhetischer Phänomene durch Musik. Dargestellt am Scherzo der sechsten Symphonie Gustav Mahlers (Jan-Hendrik Wedekind)

 

11:30 Uhr – Kitsch als unfreiwillig komischer Moment in Zemlinskys Seejungfrau (Judith Schor)

 

11:45 Uhr – Mittagspause

 

14:00 Uhr – Rossisnis Ouvertüre zu »Guglielmo Tell« (1829) als Quelle für musikalischen Humor in zwei ausgewählten Werken des 20. und 21. Jahrhunderts (Christopher Fust) 

 

14:30 Uhr – »Der will sich wohl an mir berühmt schimpfen!« – Reger und sein kompositorischer Umgang mit der Kritik in der Violinsonate op. 72 (Kris Jessen)

 

15:00 Uhr – »Bade zu Hause, bediene dich selbst, koche mit Knallgas!« – Der Ironiker Erwin Schulhoff (Alexander Faschon)

 

15:30 Uhr – Kaffeepause

 

16:00 Uhr – Hinter vorgehaltener Hand – Musikalische Ironie in Schostakowitschs »Antiformalistischem Rajok« (Dr. Uta Schmidt)

 

16:30 Uhr – Der Witzbold der Gambenmusik? – Zur Rezeption und künstlerischen Interpretation von Tobias Humes »Muſicall Humors« (Christine Vogel)

 

Sonntag, 15. März 2015

 

10:00 Uhr – »Shreds« – Die Geschichte des parodistischen Overdubbings von Musikvideoclips auf YouTube (Felicitas Förster)

 

10:30 Uhr – Über den humorvollen Ausdruck in Disney-Animationsfilmen und seine Auswirkungen (Huiwan Xu)

 

11:00 Uhr – »Die ernste Musik der Popmusik«? – Humor im Progressive-Rock (Attila Kornel)

 

11:30 Uhr – Dekonstruktivismus und der Witz. Bitch-Rap – Wo hört der Spaß auf? (David Buschmann)

 

12:00 Uhr – Mittagspause

 

14:00 Uhr – Interaktive Originale. Die Charakteristik des Spielereignisses der humoristisch ausgerichteten Kleinkunst unter Berücksichtigung der Aufführung von Liedern zeitgenössischer Humoristen (Hendrik Neubauer)

 

14:30 Uhr – 80 Jahre Peter Schickele: Ein musikhumoristisches Ausnahme-Phänomen (Alwin Müller-Arnke)

 

15:00 Uhr – THE SIMPSONS, INC.: Kleiner Faszikel zu Einsatz und Dramaturgie der Musik im Zeichentrick (Peter Motzkus)

 

15:30 Uhr – »Norme con ironie«. Humor in der Filmmusik am Beispiel Ennio Morricones (Benedikt Leßmann)

Zentrum für Musikwissenschaft

Zum WS 2016/17 haben die Universität Leipzig und die HMT ein gemeinsames Zentrum für Musikwissenschaft gegründet.

Die Institute für Musikwissenschaft beider Häuser arbeiten in diesem Zentrum zusammen.

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