
Dramaturgie
Stundenplan &
Vorlesungsverzeichnis
STUNDENPLAN
BA 1 = grün ♦♦♦ BA2 = gelb ♦♦♦ BA3 = blau ♦♦♦ BA4 = orange ♦♦♦ MA = rot ♦♦♦ ALLE/SONSTIGES= lila
Vorlesungsverzeichnis
Wintersemester 2026/27
Nachfolgend finden Sie das Vorlesungsverzeichnis des Sommersemesters 2026 samt Kurzbeschreibungen aller angebotenen Kurse geordnet nach Modulnummern.
Die Vorlesungsverzeichnisse der vergangenen Semester finden Sie hier: SoSe2026 / WiSe2025/26 / SoSe2025
Angebote für alle Jahrgänge
Starter Workshop: AUDIO mit Philipp Rumsch
Zeiten: Di 06.10., 10 – 17 Uhr / Mi 07.10., 10 – 17 Uhr / Do 08.10., 10– 17 Uhr
Starter Workshop: VIDEO mit Tilman König
Zeiten: Di 06.10., 10 – 17 Uhr / Mi 07.10., 10 – 17 Uhr / Do 08.10., 10– 17 Uhr
Starter Workshop: PERFORMANCE mit Marten Flegel
Zeiten: Di 06.10., 10 – 17 Uhr / Mi 07.10., 10 – 17 Uhr / Do 08.10., 10– 17 Uhr
Leitung: Jaap Kanis
Zeiten:
12.10., 12-12.45 Uhr (Vortreffen im Raum 4.16)
28.10., 16-18 Uhr, zweites Treffen, Ort tba. im zugehörigen Mailverteiler/Chat (wird beim Vortreffen erstellt)
ab Montag, 2.11. wöchentlich: 16-18 Uhr, Orte tba.
Ort: tba
Kurzbeschreibung:
Der Sommer ist passiert, das Wintersemester beginnt. Es wird dunkel.
Wir gehen trotzdem raus. Auf den Markt, durchs Labyrinth von Søstrene Grene, in die Schrebergärten, zur Aral – wir schauen uns die Stadt und unsere Notizen an, hören Gespräche, die nicht unsere eigenen sind und suchen nach Lücken und Schutzräumen im Stadtraum.
Die Arbeitsgruppe versteht sich als wöchentliche Einladung, spazieren zu gehen. Wir gehen zusammen und getrennt, treffen uns wieder und teilen unsere Notizen und Textminiaturen. Das Augenmerk liegt dabei bewusst auf dem Unfertigen. Welche Themen oder Poetiken lassen sich aus den Texten und dem Verfahren ableiten? Und was macht überhaupt einen gelungenen Spaziergang aus? Ohne den Fokus vom praktischen Unterfangen zu verlieren, betrachten wir das Spazieren als künstlerisch-forschendes (Event-)Format und schielen auf entsprechende Arbeiten und Beiträge der Kunst- und Kulturgeschichte, wenn es sich anbietet. Auf einen gemeinsamen Besuch eines ausgewählten Programmpunktes beim Sens Festival im ZiMMT (Leipzig, 25.11. - 2.12.) hätte ich außerdem Lust. https://zimmt.net/sens-taste/ ( vollständiges Programm tba.)
BACHELOR I (1. SEMESTER)
Leitung: Anna Schlote
Zeiten:
Do, 05.11. 14.30-16.30 Uhr
Do, 19.11. 14.30-16.30 Uhr
Do, 26.11. 14.30-16.30 Uhr
Do, 10.12. 14.30-16.30 Uhr
Mo, 14.12. 13.30-15.30 Uhr (hier in 1.10)
Do, 21.01. 14.30-15.45 Uhr
Ort: 4.16 (und 1.10)
Kurzbeschreibung: In der Veranstaltung befassen wir uns mit den wichtigsten Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens: von der Themenfindung und Literaturrecherche über den Aufbau wissenschaftlicher Texte bis hin zu den grundlegenden Zitierregeln. Anhand praktischer Übungen werden die verschiedenen Techniken direkt angewendet und geübt. Dabei geht es um die Vorbereitung auf die anstehenden Hausarbeiten, die Arbeit mit Quellen und das Verfassen wissenschaftlicher Texte im Studium und darüber hinaus.
moodle: 12.1.1.1
Leitung: Henrike Meyer
Zeiten: mittwochs, 14:15 - 15:45
Ausnahmen: 21.10.26, 12:15 - 15:45 (Technikeinführung), 28.10.26 (online)
Nicht am: 18.11.26 (Buß- und Bettag)
Ort: Videostudio 4.02 / 4.16
Kurzbeschreibung:
In diesem Seminar werden grundlegende Kenntnisse der künstlerischen Arbeit mit audiovisuellen Medien vermittelt. Die Studierenden erlernen das Handwerkszeug des medientechnischen Arbeitens: Von der Ideenfindung zum Konzept, über Kamera, Licht und Ton bis zur Montage mit Adobe Premiere Pro. Anhand von Beispielen werden unterschiedliche filmische Ausdrucksformen sowie ihre Gestaltungsmittel besprochen und auf die Grundlagen der praktischen Filmdramaturgie eingegangen.
Ziel ist die eigenständige Entwicklung, Umsetzung und Präsentation von Medienprojekten, wobei die Studierenden durch Beratung und Hilfestellungen unterstützt werden.
moodle: 12.1.1.2
Leitung: Prof. Dr. Christian Pischel / Dr. Dag Kemser
Zeiten: montags, 10.15-11.45 Uhr, Beginn: 12.10.
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
Theorie hat einen ambivalenten Ruf: Den einen gilt sie als die höchste und anspruchsvollste Form der wissenschaftlichen Betätigung; die anderen sehen in ihr die verstiegene Schwester der Praxis, die immer alles besser weiß und uns vom Eigentlichen abhält. „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie…“ Beide Klischees wollen wir in unserer Vorlesung entkräften, indem wir die konkrete Arbeit an den Theorien und mit den Theorien in den Mittelpunkt stellen. Dazu haben wir unter-schiedliche geisteswissenschaftliche Theorieplateaus zusammengestellt, die unser Verstehen der Welt, die Rezeption von Kunstwerken und -praktiken sowie die Einschätzung unseres Zusammenlebens maßgeblich beeinflusst haben. Sie stammen aus den unterschiedlichsten Disziplinen, aus der Philosophie, Linguistik, Gesellschaftstheorie, Psychologie und Kulturwissenschaft. Wir werden uns damit befassen, was sie jeweils leisten: wie sie bestimmte Phänomenbereiche beschreiben, ordnen und erklären. Wie sie uns helfen können, bestimmte Zusammenhänge zu verstehen, welche Prognosen sie erlauben und welche neuen Sachverhalte und Probleme sie gegebenenfalls überhaupt erst hervorbringen. Unser besonderes Augenmerk gilt nicht nur der Darstellung abstrakter Denkmodelle, sondern ebenso ihrer oft widersprüchlichen Geschichte und dem verständigen Umgang mit ihnen. Auf welche wissenschaftlichen Desiderata oder Herausforderungen haben sie geantwortet? An welchen konkreten Fällen wurden sie entwickelt? An welche Denktraditionen schließen sie an und welchen übergeordneten Paradigmen folgen sie? Wer waren die Protagonist:innen dieser Arbeit? Wie lesen wir die entsprechenden Schlüsseltexte und Zentralbegriffe? Und natürlich wird es auch darum gehen, anhand von ganz unterschiedlichen Kunstwerken die Relevanz, Grenzen und Widersprüche der jeweiligen Theoriebildungen zu reflektieren. Ziel dieser Veranstaltung ist es also, eine solide Orientierung über prominente Theoriefiguren zu erarbeiten, die für das dramaturgische Denken heute relevant sind, und uns in die Lage versetzt, selbstständig mit und an ihnen zu arbeiten, sie zu weiter erkunden und nicht zuletzt mit ihnen zu spielen.
moodle: 12.1.1.3
Leitung: Prof. Dr. Christian Pischel
Zeiten: dienstags, 10:15 – 12:45
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
Filme bewegen uns. Filme überwältigen uns, gehen uns unter die Haut. Sie ergreifen, rühren und erheitern uns. Filme überzeugen; Filme langweilen. Sie zeigen, erzählen und denken. Filme sind nicht nur Produkte, die auf bestimmte Arten und Weisen fabriziert worden sind, sie sind selbst ein ›poetischen Machen‹, in das wir – jedes Mal, wenn wir einen Film sehen – eingewoben werden. Nahezu unwillkürlich entsteht aus unserem Sehen und Hören der Film mit der Mannigfaltigkeit seiner Welt, seiner Figuren und Begebenheiten. Der eigentliche Skandal ist, dass dieser Vorgang des Filme-Sehens uns ganz selbstverständlich ist – meistens mühelos, oft ein Genuss, manchmal eine Herausforderung.
Dieses Seminar setzt eben an dieser Selbstverständlichkeit an. Und stellt sie radikal in Frage. Wir werden das ganze Spektrum der Filmerfahrung über die poetische Struktur bis hin zu einzelnen inszenatorischen Formen in den Blick nehmen, um unterschiedliche Terminologien, Problemstellungen und Methoden kennenzulernen, an denen wir unseren analytischen und hermeneutischen Umgang mit Filmen schulen. Beispiele aus unterschiedlichen Episoden der Filmgeschichte werden mit ausgewählten Texten kombiniert, um immer wieder die Fragen neu zu stellen: Was passiert, wenn wir einen Film sehen? Welche Strukturen, Formen und Dramaturgien können wir identifizieren? Welche Wahrnehmungs-, Empfindungs- und Denkprozesse sind daran beteiligt? Die Sitzungen beinhalten in der Regel eine gemeinsame Sichtung; die Texte zu den jeweiligen Terminen werden im Vorfeld zur Verfügung gestellt.
moodle: 12.1.2.1
Leitung: Prof. Dr. Regine Elzenheimer
Zeiten dienstags, 16:00-18:15
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
Oper ist im 18. Jahrhundert noch immer hauptsächlich eine Kunstform im Dienste höfischer Auftraggeber: als vom Hofdichter Pietro Metastasio geprägte „opera seria“ erfüllt sie die Aufgabe eines „Fürstenspiegels“ und folgt einem stereotypen Formschema. Zugleich ist diese Form Gegenstand zahlreicher Reformbestrebungen (u.a. von Christoph Willibald Gluck), die auch die aufklärerischen Entwicklungen und die politischen Umwälzungen im Umfeld der Französischen Revolution spiegeln. In Bezug auf das Werk Mozarts wurde dieses Spannungsfeld von Ivan Nagel als eines zwischen „Autonomie und Gnade“ bezeichnet. Im Seminar soll anhand ausgewählter Stücke und Inszenierungen sowie szenisch und musikalisch experimenteller Ansätze im Umgang mit den Stücken untersucht werden, durch welche Herangehensweise das Themenreservoir dieser Opern für eine aktuelle Aufführungs- und Inszenierungspraxis von Interesse ist. Hierzu gehören die Darstellung der Herrscherfiguren, der Blick auf fremde Kulturen, der Entwurf sozialer Utopien und die sogenannten „Ombra“-Szenen als Begegnung mit den Toten.
In der Bibliothek in der Grassistraße ist ein Semesterhandapparat eingerichtet.
moodle: 12.1.2.2
Leitung: Dr. Dag Kemser
Zeiten: donnerstags, 11:30-14:00, Zusatztermine s.u.
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
In diesem Seminar üben wir das Beschreiben von Aufführungen und diskutieren einige grundlegende Fragen, die zum Begriff der Aufführung gehören: Was zeichnet Aufführungen als solche aus und was unterscheidet sie von anderen Situationen, in denen sich Menschen begegnen? Wie beeinflusst der jeweilige Kontext eine Aufführung und wie ist überhaupt die Grenze zwischen beidem markiert? Worin stimmen theatrale und nicht-theatrale Aufführungen überein und worin nicht? Wie sind Prozesse von Wahrnehmung und Bedeutung innerhalb einer Aufführung strukturiert und in welchem Verhältnis stehen Erleben und Beschreiben zueinander?
Im gemeinsamen Besprechen selbst verfasster kurzer Aufführungsanalysen können die Teilnehmer:innen die eigenen Beschreibungen reflektieren bzw. üben, konstruktiv-kritisches Feedback zu geben. Grundlage dafür sind gemeinsame Seherfahrungen, sowohl durch die Sichtung von Aufzeichnungen als auch durch Aufführungsbesuche. Die Beispiele umfassen dabei ein möglichst weites Spektrum von der Stückentwicklung im Kinder- und Jugendtheater über Literaturtheater und Figurentheater bis zur Bundestagsdebatte.
Darüber hinaus vertiefen wir die skizzierten Fragen durch die Lektüre einiger Texte aus dem historischen Theorie-Diskurs – zum Paradox des Schauspielens (Diderot) und zur Theatralität im Alltag (Goffman), zur Produktion des Raums (Lefebvre) und zur Funktionsweise von Sprechakten (Austin) – sowie der aktuellen Methodendiskussion (Warstat).
Geplant sind folgende Aufführungsbesuche/Sichtungstermine:
- 16.10., 17.00 Uhr Wimmelstadt (Sandra Strunz & Ensemble), Theater der Jungen Welt
- 15.11., 18.00 Uhr Bernarda Albas Haus (Federico García Lorca, Deutsch von Hans Magnus Enzensberger/R: Salome Schneebeli), Schauspiel Leipzig
- 3.12., 20.00 Uhr Ginger Bread House (Stefanie Oberhoff, Henry Sargeant & Lehmann & Wenzel), Figurentheaterzentrum Westflügel
- 7.1., 15.30 Uhr Förderung kultureller Bildung und des Sports (Aufzeichnung der Bundestagsdebatte vom 10.7.2026)
moodle: 12.1.2.3
Leitung: Prof. Dr. phil. habil. Annette Storr
Zeiten: mittwochs, 09:30-11:30
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
John Cassavetes' Kino ist in vieler Hinsicht interessant für dramaturgische Beobachtungen einer eigenen, unkonventionellen kinematografischen Formensprache: Kamera, Schauspiel, Drehbuch
versus Improvisation, Musik, Produktionsbedingungen und nicht zuletzt hinsichtlich der diesen ästhetischen Erfindungen innewohnenden Gesellschaftskritik der 50er-80er Jahre in den USA. Fünf Filme werden im Kino gesichtet und gemeinsam analytisch, theoretisch und historisch erschlossen.
Das Seminar ist offen für Interessent/innen.
moodle: 12.1.3.1
BACHELOR II (3. Semester)
Leitung: Eva Bormann
Zeiten:
Do, 15.10., 10:00-11:30
Do, 22.10., 10:00-11:30
Do, 5.11., 10:00-11:30
Do, 19.11., 10:00-11:30
Do, 3.12., 10:00-11:30
Do, 10.12., 10:00-13:45
Do, 07.1., 10:00-13:45
Do, 21.1., 10:00-13:45
Do, 28.1., 10:00-13:45 Abschluss
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
Im Stück gibt es 17 Rollen, es stehen aber nur neun Spieler*innen zur Verfügung? Und nun? Was wollen wir wie erzählen, welche Figuren sind für unser Vorhaben wichtig und welche lassen sich ggf. zusammenlegen? Welche Erzählstränge der Geschichte wollen wir verfolgen, welche gilt es unbedingt beizubehalten? Denken wir die Geschichte als Ensemblestück ohne durchgehend verteilte Rollen oder besetzen wir von vornherein klassisch durch? Und was ist mit dem Roman von 500 Seiten? Wie können wir daraus eine spielbare dialogische Fassung erarbeiten? So viel ist sicher, nun heißt es: Streichen, streichen, streichen. Aber alles der Reihe nach: also zurück zum Ausgangstext.
Als Grundlage für das Seminar werden ein Stücktext und ein Roman dienen, um Strichfassungen und Prosabearbeitungen sowie Szenenaufbau praktisch zu erarbeiten.
Text: der Stücktext soll gemeinsam mit der Seminargruppe festgelegt werden, für die Romanbearbeitung ist ein Jugendbuch vorgesehen
moodle: 12.1.7.1
Leitung: Henrike Meyer
Zeiten: dienstags, 12:00-13:30
Ausnahmen: 27.10.26 (online), 10.11.26 (online)
Ort: 4.02 Videostudio / 4.16
Kurzbeschreibung:
In diesem Seminar vertiefen die Studierenden ihre Kenntnisse in den Bereichen Filmdramaturgie, Drehbuchschreiben und konkrete Umsetzung medienkünstlerischer Ideen.
Ziel ist die eigenständige Entwicklung, Umsetzung und Präsentation eines Medienprojekts, wobei die Studierenden durch Beratung und Hilfestellungen unterstützt werden.
moodle: 12.1.7.2
Leitung: Sergio Morabito
Zeiten:
Sa, 10.10. 14:00-18.30
Sa, 24.10., 14:00-18.30
Do, 12.11., 09:30-14:00
Sa, 21.11., 14:00-18.30
Sa, 28.11,.14:00-18.30
Ort: 4.16
Kurzbeschreibung:
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Inhalt:
Der Kurs möchte die Studierenden bei der Entwicklung von Kriterien für die operndramaturgische und theaterästhetische Arbeit unterstützen. Inhaltlicher Fixpunkt wird die seit 2006 weltweit wiederentdeckte Oper „Die Passagierin“ (1968) von Mieczysław Weinberg sein, welcher der gleichnamige Roman der Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz zugrunde liegt.
Ziele:
Anhand der Auseinandersetzung mit dieser Oper und ihrer szenischen Realisationen soll eine Vielzahl von Aspekten musikdramaturgischer Arbeit herausgearbeitet und erfahrbar werden: von der Spielplangestaltung über die Recherche-Arbeit zu einem einzelnen Werk des Musiktheaters und die konzeptionelle Annäherung an seine Inszenierung – inklusive der Frage nach Originalsprache und Übersetzung –, die Probenbegleitung und Programmhefterstellung bis hin zur Redaktion von Übertiteln. Alle Aspekte haben Erfahrung und Herausarbeitung des Spannungsverhältnisses von Text und Aufführung zum Ziel.
Methoden:
Der Kurs umfasst Videosichtung, Text- und Inszenierungsanalyse, sowie Programmheftanalyse. Die erst 2010 mit großer Verspätung einsetzende szenische Rezeption dieser Oper wird anhand von Sequenzen aus zahlreichen Video-Mitschnitten vergegenwärtigt. Parallel dazu werden ausgewählte Szenen einem gemeinsamen Close reading unterzogen.
Prüfungsstoff
Die Studierenden sollten sich über Lektüre, Ton- und Audioaufnahmen mit der untersuchten Oper intensiv vertraut machen. Darüber hinaus sollten sich die Studierenden in die wichtigste, das gewählte Referatsthema betreffende Forschungsliteratur ebenso einlesen wie mit der feuilletonistischen und medialen Rezeption der "Passagierin" beschäftigen.
Literatur
–Zofia Posmysz, Die Passagierin. Roman (1962), deutsche Übersetzung von Peter Ball erstmals Berlin 1969, korrigiert von der Autorin, BoD, Norderstedt 2010.
– Mieczysław Weinberg (Komponist), Alexander Medwedew (Libretto), Die Passagierin, Oper in 2 Akten, 8 Bildern und einem Epilog, Klavierauszug, deutsche Fassung v. Ulrike Patow, Hamburg 2016.
– Manfred Sapper, Volker Weichsel (Hg.): Die Macht der Musik. Mieczysław Weinberg: Eine Chronik in Tönen, Osteuropa 7/2010, Berlin 2010.
– Mohammed A. S. Sarhangi, Gegennarrative. Versuch über Andreij Munks "Passagierin", in: Werkstatt Geschichte 61, Geschichte und Kritik, Berlin 2013.
– Ludwig Steinbach, Weinbergs Passagierin – Eine Analyse der Auschwitz-Oper, Kirchheim 2015.
– Friedrich Geiger, Verena Mogl (Hg.): Mieczysław Weinberg in der Ära Brežnev, in: Die Tonkunst. Magazin für klassische Musik und Musikwissenschaft, Jg. 10, Nr. 2, April 2016, Weimar.
– Verena Mogl, Erinnern! Auch wenn es unmöglich ist. Mieczysław Weinbergs Oper „Passažirka“ op. 97, Studia Musicologica 57, Budapest 2016, S. 403-16.
– Hannah Arendt, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus, Imperialismus, totale Herrschaft, New York 1951, deutsch Frankfurt 1955.
– Silke Schäfer, Zum Selbstverständnis von Frauen im Konzentrationslager. Das Lager Ravensbrück, Dissertation, Berlin 2002.
– Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945, Bd. 16, bearb. v. Andrea Rudorff, Das KZ Auschwitz 1942–1945 und die Zeit der Todesmärsche 1944/45, Berlin 2018.
– Iris Därmann, Sadismus mit und ohne Sade, Berlin 2023.
moodle 12.1.7.3
Leitung: Prof. Dr. Christian Pischel / Dr. Dag Kemser
Zeiten: montags, 10.15-11.45 Uhr, Beginn: 12.10.
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
Theorie hat einen ambivalenten Ruf: Den einen gilt sie als die höchste und anspruchsvollste Form der wissenschaftlichen Betätigung; die anderen sehen in ihr die verstiegene Schwester der Praxis, die immer alles besser weiß und uns vom Eigentlichen abhält. „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie…“ Beide Klischees wollen wir in unserer Vorlesung entkräften, indem wir die konkrete Arbeit an den Theorien und mit den Theorien in den Mittelpunkt stellen. Dazu haben wir unter-schiedliche geisteswissenschaftliche Theorieplateaus zusammengestellt, die unser Verstehen der Welt, die Rezeption von Kunstwerken und -praktiken sowie die Einschätzung unseres Zusammenlebens maßgeblich beeinflusst haben. Sie stammen aus den unterschiedlichsten Disziplinen, aus der Philosophie, Linguistik, Gesellschaftstheorie, Psychologie und Kulturwissenschaft. Wir werden uns damit befassen, was sie jeweils leisten: wie sie bestimmte Phänomenbereiche beschreiben, ordnen und erklären. Wie sie uns helfen können, bestimmte Zusammenhänge zu verstehen, welche Prognosen sie erlauben und welche neuen Sachverhalte und Probleme sie gegebenenfalls überhaupt erst hervorbringen. Unser besonderes Augenmerk gilt nicht nur der Darstellung abstrakter Denkmodelle, sondern ebenso ihrer oft widersprüchlichen Geschichte und dem verständigen Umgang mit ihnen. Auf welche wissenschaftlichen Desiderata oder Herausforderungen haben sie geantwortet? An welchen konkreten Fällen wurden sie entwickelt? An welche Denktraditionen schließen sie an und welchen übergeordneten Paradigmen folgen sie? Wer waren die Protagonist:innen dieser Arbeit? Wie lesen wir die entsprechenden Schlüsseltexte und Zentralbegriffe? Und natürlich wird es auch darum gehen, anhand von ganz unterschiedlichen Kunstwerken die Relevanz, Grenzen und Widersprüche der jeweiligen Theoriebildungen zu reflektieren. Ziel dieser Veranstaltung ist es also, eine solide Orientierung über prominente Theoriefiguren zu erarbeiten, die für das dramaturgische Denken heute relevant sind, und uns in die Lage versetzt, selbstständig mit und an ihnen zu arbeiten, sie zu weiter erkunden und nicht zuletzt mit ihnen zu spielen.
Einschreibung über moodle: 12.1.1.3
Schwerpunkt Theater/Performance
Leitung: Prof. Dr. phil. habil. Annette Storr
Zeiten: donnerstags, 14:15 – 15:45
Ort: 2.26
Kurzbeschreibung: Der Umgang mit antiken Tragödien kann oft als Übersetzung in die Gegenwart oder als Neudichtung des Stoffes beschrieben werden. Das Seminar will sich in entgegengesetzter Reiserichtung auf den Weg machen. Erkundet werden soll, ausgehend von der Antikenrezeption des 19. Jahrhunderts, die Fremdheit und Andersartigkeit der überlieferten Texte und des antiken Theaters mit allen Konsequenzen für eine Darstellung, die sich von den etablierten Formen unseres Theaters unterscheidet. Als Reisegruppe erforschen wir die Tragödie, begleitet von theoretischen
Kollaborateuren im Versuch, die Antike zu verstehen, wie Friedrich Nietzsche, Friedrich Hölderlin, Virginia Woolf. Aufgrund ihrer Jahrtausende währenden Prominenz und um aktuelle Inszenierungen
in ihren ästhetischen Strategien durchschaubar zu machen, arbeiten wir an Sophokles' "Antigone".
Das Seminar findet zusammen mit dem 2. Jahrgang Schauspiel (Theatergeschichte) statt. Offen für alle Interessent/innen.
moodle: 12.1.8.1
Leitung: Dr. Verena Eitel
Zeiten:
Fr, 09.10., 10:45-13:45
Fr, 23.10., 10:45-16:15
Fr, 06.11., 10:45-16:15
Fr, 20.11., 10:45-16:15
Fr, 27.11., 10:45-16:15
Fr, 18.12., 10:45-16:15
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
Film im Theater, virtuelle Umgebungen auf der Bühne, der Audiowalk mit dem eigenen Smartphone durch die Stadt… Der Einsatz technischer Bewegtbildmedien ist fester Bestandteil von Aufführungen geworden. Die vielfältigen, zum Teil auf der Etablierung digitaler Strukturen basierenden Gebrauchsweisen von Medien transformieren das Aufführungsgeschehen für alle Beteiligten – für Zuschauende wie für Performende.
Das Seminar behandelt Beispiele der letzten Jahre, die audiovisuelle Medien zum Ausgangspunkt des Aufführens machen und sich zwischen Bühneninszenierung, Installation, digitalem Spiel und Smartphone-App bewegen. Wie verändern sich die Bedingungen des Aufführens, des Rezipierens und des Produzierens durch das Mediale? Welche Referenzen können zur Beschreibung herangezogen werden? Die Spezifik medialer Prozesse auf der einen Seite und die Überlagerung traditioneller Formen des Präsentierens – wie das Theater, aber auch die Ausstellung, das Kino und weitere – auf der anderen bilden den Kontext, um über Verbindungen und Schnittpunkte zu reflektieren und diese einzuordnen.
Ausgehend von der Vorstellung und Diskussion konkreter Inszenierungen und künstlerischer Projekte werden Texte zur theoretischen Auseinandersetzung und begrifflichen Einordnung herangezogen. Auch wegbereitende historische Positionen werden als kurze Exkurse eingebunden.
Offen für alle Studierenden.
moodle: 12.1.8.2
Leitung: Dr. Dag Kemser / Maria Obermeyer (Dramaturgin) / Fayer Koch (Autor*in)
Zeiten:
regelmäßig dienstags, 10:00-11:30
sowie 04.12, 10:00-14:00, 08.01., 14:00-16:30 und 15.01., 10:00-15:00
Ort: 4.16
Kurzbeschreibung:
Texte und Dramaturgien für junges Publikum
Das Publikum ist diverser als irgendwo sonst im Theaterbetrieb, die Stücke bringen oft eine klare Haltung mit, sind formal innovativ und nehmen ihre Zielgruppe ernst: Zeit für einen deep-dive in das Theater für junges Publikum!
Anhand zeitgenössischer Texte werden wir die Frage untersuchen, wie kindliche Lebenswelten in Theatertexten verhandelt werden. Wer ist junges Publikum? Welche Stilvielfalt zeigt sich in der Autor*innenlandschaft für junges Theater? Wie geht interaktiv, wie geht mehrsprachig und heißt junges Theater gleich Weihnachtsmärchen? Aus der eigenen Praxiserfahrung bieten Fayer Koch und Maria Obermeier Einblicke in die Frage, was dieses Aufgabenfeld für den Schreibprozess und die Spielplanung bedeutet.
Neben der Lektüre, Analyse und Diskussion verschiedener Stücke widmet sich das Seminar darüber hinaus in zwei Vertiefungsterminen konkreten Praxisbeispielen – einmal der strukturellen Partizipation von jungen Menschen am Theaterbetrieb, sowie dem Versuch, uns selbst ans eigene Schreiben zu wagen.
Theater- und Kindheitsgeschichte
In diesem Teil des Seminars werden wir uns mit den historischen Voraussetzungen unseres Verständnisses von Theater für junges Publikum auseinandersetzen. Kindheit ist in diesem Zusammenhang nicht als natürliches Faktum, sondern als eine historisch variable Kategorie zu verstehen. Jede Gesellschaft ist daraufhin zu befragen, wie in ihr „die Unterscheidung von Kindern und Erwachsenen sozial organisiert“ wird (Michael-Sebastian Honig). Dass sich überhaupt eine eigene Theatergattung herausbildet, die sich dezidiert an ein junges Publikum wendet, ist nicht zu trennen von der im 18. Jahrhundert einsetzenden Neubewertung von Kindheit. Erst jetzt wird Kindheit als Lebensphase mit Eigenwert betrachtet und in einer ambivalenten Geste von Schutz und Bevormundung zusehends von der Lebenswelt der Erwachsenen separiert. Die Trennung zwischen einem Theater für junges Publikum und einem Theater für erwachsenes Publikum ist damit Teil der „Distanzierung von Kindheit“ (Gunilla Budde), die das Kindheitsdispositivs der Moderne prägt. Theater reagiert also nicht nur auf altersspezifische Bedürfnisse, sondern es agiert: Theater wirkt durch seine jeweilige Ästhetik, seine Themen, seine Produktionsweise und Publikumsstruktur immer auch an der generationalen Ordnung, der Herausbildung von Generationenbegriffen und -identitäten mit.
Unsere Lektüre umfasst theoretische und künstlerische Positionen aus dem 18. Jahrhundert (Rousseau Émile oder Über die Erziehung, Christian Felix Weiße Der Kinderfreund), der Weimarer Republik (Walter Benjamin Programm für ein proletarisches Kindertheater), der frühen DDR (Alexander N. Afinogenow Großvater und Enkelin) und der alten BRD (Hofmanns Comic Teater Will dein Chef von dir mal Feuer) bis in die Gegenwart (Doris Bühler-Niederberger Soziologie der Kindheit, Vorschlag:Hammer Kindheiten).
4.12., 10.00-14.00 Uhr Schreib-Workshop I Fayer Koch
20.11., 20.00 Uhr Aufführungsbesuch, Vorschlag:Hammer Kindheiten (Schauspiel Leipzig/Residenz)
8.1., 15.00-16.30 Uhr Der Kinder-Beirat am TdJW Maria Obermeier
15.1., 10.00-15.00 Uhr Schreib-Workshop II Fayer Koch
moodle: 12.1.8.3
Leitung: Dr. Dag Kemser
Zeiten: 13.-15.11.2026
Ort: Berlin
Kurzbeschreibung:
Die Exkursion führt nach Berlin zum Festival NO LIMITS Disability & Performing Arts am Hebbel am Ufer (HAU), Ballhaus Ost, Theater Thikwa und Theater an der Parkaue, das 2026 zum zwölften Mal stattfindet. NO LIMITS zeigt „eine große Bandbreite von Produktionen behinderter, blinder, tauber und chronisch kranker Künstler*innen und Künstler*innen mit Lernschwierigkeiten“ aus dem Bereich Theater, Tanz und Performance. In diesem Jahr wird es „erstmals von einem ausschließlich mit behinderten Expert*innen besetzten Kuratorium verantwortet“. Neben dem Besuch von Aufführungen und Workshops werden wir hoffentlich auch die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Mitgliedern des Festival-Teams haben. Die genaue Planung folgt nach Veröffentlichung des Programms.
Weitere Informationen: https://www.no-limits-festival.de/intro/
moodle: 12.1.8.4
Schwerpunkt Medien
Leitung: Prof. Dr. phil. habil. Annette Storr
Zeiten: mittwochs, 09:30-11:30
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
John Cassavetes' Kino ist in vieler Hinsicht interessant für dramaturgische Beobachtungen einer eigenen, unkonventionellen kinematografischen Formensprache: Kamera, Schauspiel, Drehbuch versus Improvisation, Musik, Produktionsbedingungen und nicht zuletzt hinsichtlich der diesen ästhetischen Erfindungen innewohnenden Gesellschaftskritik der 50er-80er Jahre in den USA. Fünf Filme werden im Kino gesichtet und gemeinsam analytisch, theoretisch und historisch erschlossen.
Das Seminar ist offen für Interessent/innen.
Einschreibung über moodle: 12.1.3.1
Leitung: Dr. Verena Eitel
Zeiten:
Fr, 09.10., 10:45-13:45
Fr, 23.10., 10:45-16:15
Fr, 06.11., 10:45-16:15
Fr, 20.11., 10:45-16:15
Fr, 27.11., 10:45-16:15
Fr, 18.12., 10:45-16:15
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
Film im Theater, virtuelle Umgebungen auf der Bühne, der Audiowalk mit dem eigenen Smartphone durch die Stadt… Der Einsatz technischer Bewegtbildmedien ist fester Bestandteil von Aufführungen geworden. Die vielfältigen, zum Teil auf der Etablierung digitaler Strukturen basierenden Gebrauchsweisen von Medien transformieren das Aufführungsgeschehen für alle Beteiligten – für Zuschauende wie für Performende.
Das Seminar behandelt Beispiele der letzten Jahre, die audiovisuelle Medien zum Ausgangspunkt des Aufführens machen und sich zwischen Bühneninszenierung, Installation, digitalem Spiel und Smartphone-App bewegen. Wie verändern sich die Bedingungen des Aufführens, des Rezipierens und des Produzierens durch das Mediale? Welche Referenzen können zur Beschreibung herangezogen werden? Die Spezifik medialer Prozesse auf der einen Seite und die Überlagerung traditioneller Formen des Präsentierens – wie das Theater, aber auch die Ausstellung, das Kino und weitere – auf der anderen bilden den Kontext, um über Verbindungen und Schnittpunkte zu reflektieren und diese einzuordnen.
Ausgehend von der Vorstellung und Diskussion konkreter Inszenierungen und künstlerischer Projekte werden Texte zur theoretischen Auseinandersetzung und begrifflichen Einordnung herangezogen. Auch wegbereitende historische Positionen werden als kurze Exkurse eingebunden.
Offen für alle Studierenden.
Einschreibung über moodle: 12.1.8.2
Leitung: Prof. Dr. Christian Pischel
Zeiten: montags, 14:00-15:30
Ort: 4.16
Kurzbeschreibung:
Man kann sich – wie der Filmtheoretiker Friedrich Balke polemisch bemerkte – auf den nominalistischen Standpunkt stellen und behaupten: „Es gibt keinen Dokumentarfilm.“ Es gibt vielleicht nur äußere Klassifikationsversuche, wissenschaftliche und vertriebs-strategische, die häufig der aus der Ethnologie bekannten Unterscheidung zwischen dem „Rohen“ und „Gekochten“ (Levi-Strauss) folgen: Auf der einen Seite der faktische, unbestechliche Lichtabdruck des Kamerabildes und auf der anderen die argumentative Formung, die manipulative Zurichtung und das Fiktive des Erzählfilms. Dieses Seminar möchte sich diesem strikten Gegensatz entziehen und einen Parcours von theoretischen Texten und Filmen anbieten, die uns die Vielfalt der Praktiken, Poetiken und Denkweisen des experimentellen Dokumentarfilms eröffnen. Welche Erfahrungsräume erkunden bestimmte dokumentarische Poetiken? Welche Wahrnehmungsaggregate, somatischen Potentiale und Denkbewegungen sind damit verbunden? Und was tun wir, wenn wir dokumentarisch arbeiten? Rohkost oder Nouvelle Cuisine?
moodle: 12.1.8.6
Leitung: Prof. Dr. Christian Pischel
Zeiten: folgt
Ort: folgt
Kurzbeschreibung: folgt
moodle: 12.1.8.7
Schwerpunkt Musiktheater/Tanz
Leitung: Ilka Seifert
Zeiten:
Fr, 16.10.26, 10:30-12:00 Uhr (1.10)
Fr, 30.10.26, 10:30-12:00 Uhr und 13:00-14:30 Uhr (1.10)
Fr, 13.11.26, 10:30-12:00 Uhr und 13:00-14:30 Uhr (1.10)
Fr, 27.11.26, 13:30-15:00 Uhr und 15:30-17:00 Uhr (4.16)
Fr, 11.12.26, 10:30-12:00 Uhr und 13:00-14:30 Uhr (1.10)
Fr, 08.01.27, 10:30-12:00 Uhr und 13:00-14:30 Uhr (1.10)
Sa, 09.01.27, 10:30-12:00 Uhr und 13:00-14:30 Uhr (1.10)
Fr, 22.01.27, 10:30-12:00 Uhr und 13:00-14:30 Uhr (1.10)
Ort: 1.10 & 4.16
Kurzbeschreibung:
Was unter dem Begriff Musiktheater subsumiert wird, hat sich in den letzten 20 Jahren sehr verändert. Neben Repertoire-Oper, Operette, Musical usw., die durch mehrere Jahrhunderte bei aller Unterschiedlichkeit einer ähnlichen Erzählweise folgen, gibt es mittlerweile ein breites Spektrum von musiktheatralen Zugriffen auf zeitgenössische Themen: Intermedia Installation, Music Performance, Konzert, Installation, Audio Drama Installation u.a.
Die Rolle der Kom-ponierenden hat sich dabei grundlegend verändert. Auch Oper war in der Aufführungspraxis immer, allerdings stark hierarchisch organisierte Teamarbeit; Musiktheater im heutigen, erweiterten Sinne sucht aber oft bereits in der Recherche, Inhalt- und Stückentwicklung kollektive Erarbeitungsformen und bezieht immer häufiger in partizipativen, interaktiven, immersiven Aufführungen an neu zu entdeckenden Spielorten das Publikum unmittelbar mit ein.
In dem Seminar werden wir uns vor allem den neuen und allerneusten Entwicklungen im Bereich des Musiktheaters und neuer Konzertformate zuwenden. Gemeinsam soll eine Übersicht entwickelt und eine Verständigung über die neue Begrifflichkeit versucht werden. Der Besuch zweier ausgewählter Produktionen soll im Rahmen einer Exkursion nach Berlin die Seminararbeit ergänzen.
moodle: 12.1.8.8
Leitung: Prof. Dr. Regine Elzenheimer
Zeiten: mittwochs, 15:30-17:00
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
Die ästhetischen Entwürfe des Musiktheaters der Gegenwart haben sich ebenso fundamental verändert, wie diejenigen von Musik und Theater. Das 20. Jahrhundert hat im Bereich der Musik- und Theaterästhetik künstlerische Paradigmenwechsel erzeugt, durch die sich auch die zukunftsweisenden Musiktheater-Entwürfe grundlegend vom traditionellen Genre der Oper entfernt haben. Das Seminar wird sich Musik-Theater-Werken und -konzepten des 20. und 21. Jahrhunderts widmen, die neue Dramaturgien jenseits der Kategorien von Narration und Repräsentation hervorgebracht haben. Vielmehr werden in ihnen Dramaturgien der Abwesenheit, des Raumes und des Hörens entwickelt, sie arbeiten mit performativen Konzepten oder entwickeln Ästhetiken der Störung und der Dekonstruktion. Im Seminar sollen anhand konkreter Inszenierungsbeispiele exemplarische Werke und Ansätze zeitgenössischer Komponisten, Autoren und Regisseure (u.a. von Mauricio Kagel, Samuel Beckett, Robert Wilson, Heiner Goebbels, Christoph Marthaler, Luigi Nono, Helmut Lachenmann und Gerhard Stäbler) im Hinblick auf ein übergreifendes Verständnis zeitgenössischer Musik- und Theater-Ästhetik vorgestellt und diskutiert werden.
moodle: 12.1.8.9
Leitung: Ilka Seifert
Zeiten: folgt
Ort: Berlin
Kurzbeschreibung: folgt
moodle: 12.1.8.11
BACHELOR III (5. Semester)
Leitung: Prof. Dr. Christian Pischel / Dr. Dag Kemser
Zeiten: montags, 10.15-11.45 Uhr, Beginn: 12.10.
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
Theorie hat einen ambivalenten Ruf: Den einen gilt sie als die höchste und anspruchsvollste Form der wissenschaftlichen Betätigung; die anderen sehen in ihr die verstiegene Schwester der Praxis, die immer alles besser weiß und uns vom Eigentlichen abhält. „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie…“ Beide Klischees wollen wir in unserer Vorlesung entkräften, indem wir die konkrete Arbeit an den Theorien und mit den Theorien in den Mittelpunkt stellen. Dazu haben wir unter-schiedliche geisteswissenschaftliche Theorieplateaus zusammengestellt, die unser Verstehen der Welt, die Rezeption von Kunstwerken und -praktiken sowie die Einschätzung unseres Zusammenlebens maßgeblich beeinflusst haben. Sie stammen aus den unterschiedlichsten Disziplinen, aus der Philosophie, Linguistik, Gesellschaftstheorie, Psychologie und Kulturwissenschaft. Wir werden uns damit befassen, was sie jeweils leisten: wie sie bestimmte Phänomenbereiche beschreiben, ordnen und erklären. Wie sie uns helfen können, bestimmte Zusammenhänge zu verstehen, welche Prognosen sie erlauben und welche neuen Sachverhalte und Probleme sie gegebenenfalls überhaupt erst hervorbringen. Unser besonderes Augenmerk gilt nicht nur der Darstellung abstrakter Denkmodelle, sondern ebenso ihrer oft widersprüchlichen Geschichte und dem verständigen Umgang mit ihnen. Auf welche wissenschaftlichen Desiderata oder Herausforderungen haben sie geantwortet? An welchen konkreten Fällen wurden sie entwickelt? An welche Denktraditionen schließen sie an und welchen übergeordneten Paradigmen folgen sie? Wer waren die Protagonist:innen dieser Arbeit? Wie lesen wir die entsprechenden Schlüsseltexte und Zentralbegriffe? Und natürlich wird es auch darum gehen, anhand von ganz unterschiedlichen Kunstwerken die Relevanz, Grenzen und Widersprüche der jeweiligen Theoriebildungen zu reflektieren. Ziel dieser Veranstaltung ist es also, eine solide Orientierung über prominente Theoriefiguren zu erarbeiten, die für das dramaturgische Denken heute relevant sind, und uns in die Lage versetzt, selbstständig mit und an ihnen zu arbeiten, sie zu weiter erkunden und nicht zuletzt mit ihnen zu spielen.
Einschreibung über moodle: 12.1.1.3
Leitung: Prof. Dr. phil. habil. Barbara Büscher
Zeiten:
14tägig, donnerstags 10.30-13.30 Uhr
Ausnahme: 1. Sitzung am Di, den 13.10. 14.00-16.30
(13.10., 5.11., 19.11., 3.12., 17.12., 14.1. und 28.1.)
Ort: 4.16
Kurzbeschreibung:
Raum als Parameter und Bedingung von Aufführung und der Präsentation der Künste allgemein steht im Fokus dieses Seminars. Gefragt wird u.a. nach Verschiebungen in institutionellen, kuratorischen und künstlerischen Praktiken, die aus der Reflexion räumlicher Gefüge in Theater/ Performance/ Tanz, in Ausstellungen und Installationen, in Kino und anderen Projektionsweisen bewegter Bilder resultieren.
Nicht nur ist mit der Szenographie ein Feld eigenständig gestalterischer Tätigkeiten über die Künste hinweg entstanden, es gibt inzwischen auch vielfältige Formen der Verbindung von Ausstellung und Aufführung, von black box und white cube. Und in allen diesen Konfigurationen sind kinematografische und mediale (VR/AR etc.) Räume im Spiel, die ihre je spezifischen Raumkonstituenten einbringen.
In den letzten Jahren spielen für die Gestaltung und Implementierung von Räumen und Szenografien zudem Nachhaltigkeit und Experimente mit Recycling und neuen Materialien eine zunehmend wichtige Rolle.
Diese Aspekte künstlerischer Praxis sind Teil einer umfassenderen Sichtweise, die Raum als Bedingung und Ergebnis sozialen und kulturellen Handelns versteht. Dazu gehören auch interventionistische und aktivistische Formen urbaner Praxis, die u.a. künstlerisch motivierte Raumstrategien entwickeln, um Stadt für diverse Interessen und Zugänge zu öffnen, ihre Ökologie zu thematisieren und Orte für Begegnungen zu schaffen.
Zum Einstieg wollen wir uns mit einigen theoretischen Positionen in diesem Feld beschäftigen, um dann auf die Architekturen und Orte von Kunstinstitutionen zu schauen, uns mit ausgewählten site specific/ortsspezifischen künstlerischen Praktiken zu beschäftigen und exemplarische mediale Raum-Konstruktionen zu untersuchen.
moodle: 12.1.12.2
Leitung: Célestine Hennermann
Zeiten: folgt
Ort: folgt
Kurzbeschreibung:
folgt
moodle: 12.1.12.3
Leitung: Wolfram Lotz
Zeiten:
26.10., 13:30-18:00
23.11., 12:30-18:30
30.11., 12:30-18:30
07.12., 12:30-18:30
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
In diesem Seminar sollen sich die Studierenden selbst am Schreiben von theatralen Texten versuchen. Aber was macht einen Text „theatral", was meint dieses Wort überhaupt? Was unterscheidet z.B. einen Theatermonolog von einem Prosatext? Wie funktioniert ein Dialog? Braucht man sowas? In welche Art von gesellschaftlichem Raum sprechen Theatertexte hinein? Und hinter allem – schlecht versteckt – steht die Frage: Was sollen und können Texte im Theater?
Die Studierenden sollten bereit sein, einen Text zu schreiben und diesen im Seminar gemeinsam zu besprechen. Denn die genannten Fragen sollen im praktischen Umgang entfaltet und diskutiert werden.
moodle: 12.1.12.4
Schwerpunkt Theater/Performance
Leitung: Prof. Dr. phil. habil. Annette Storr
Zeiten: donnerstags, 14:15 – 15:45
Ort: 2.26
Kurzbeschreibung: Der Umgang mit antiken Tragödien kann oft als Übersetzung in die Gegenwart oder als Neudichtung des Stoffes beschrieben werden. Das Seminar will sich in entgegengesetzter Reiserichtung auf den Weg machen. Erkundet werden soll, ausgehend von der Antikenrezeption des 19. Jahrhunderts, die Fremdheit und Andersartigkeit der überlieferten Texte und des antiken Theaters mit allen Konsequenzen für eine Darstellung, die sich von den etablierten Formen unseres Theaters unterscheidet. Als Reisegruppe erforschen wir die Tragödie, begleitet von theoretischen
Kollaborateuren im Versuch, die Antike zu verstehen, wie Friedrich Nietzsche, Friedrich Hölderlin, Virginia Woolf. Aufgrund ihrer Jahrtausende währenden Prominenz und um aktuelle Inszenierungen in ihren ästhetischen Strategien durchschaubar zu machen, arbeiten wir an Sophokles' "Antigone".
Das Seminar findet zusammen mit dem 2. Jahrgang Schauspiel statt. Offen für alle Interessent/innen.
Einschreibung über moodle: 12.1.8.1
Leitung: Dr. Dag Kemser / Maria Obermeyer (Dramaturgin) / Fayer Koch (Autor*in)
Zeiten:
regelmäßig dienstags, 10:00-11:30
sowie freitags 04.12, 10:00-14:00, 08.01., 14:00-16:30 und 15.01., 10:00-15:00
Ort: 4.16
Kurzbeschreibung:
Texte und Dramaturgien für junges Publikum
Das Publikum ist diverser als irgendwo sonst im Theaterbetrieb, die Stücke bringen oft eine klare Haltung mit, sind formal innovativ und nehmen ihre Zielgruppe ernst: Zeit für einen deep-dive in das Theater für junges Publikum!
Anhand zeitgenössischer Texte werden wir die Frage untersuchen, wie kindliche Lebenswelten in Theatertexten verhandelt werden. Wer ist junges Publikum? Welche Stilvielfalt zeigt sich in der Autor*innenlandschaft für junges Theater? Wie geht interaktiv, wie geht mehrsprachig und heißt junges Theater gleich Weihnachtsmärchen? Aus der eigenen Praxiserfahrung bieten Fayer Koch und Maria Obermeier Einblicke in die Frage, was dieses Aufgabenfeld für den Schreibprozess und die Spielplanung bedeutet.
Neben der Lektüre, Analyse und Diskussion verschiedener Stücke widmet sich das Seminar darüber hinaus in zwei Vertiefungsterminen konkreten Praxisbeispielen – einmal der strukturellen Partizipation von jungen Menschen am Theaterbetrieb, sowie dem Versuch, uns selbst ans eigene Schreiben zu wagen.
Theater- und Kindheitsgeschichte
In diesem Teil des Seminars werden wir uns mit den historischen Voraussetzungen unseres Verständnisses von Theater für junges Publikum auseinandersetzen. Kindheit ist in diesem Zusammenhang nicht als natürliches Faktum, sondern als eine historisch variable Kategorie zu verstehen. Jede Gesellschaft ist daraufhin zu befragen, wie in ihr „die Unterscheidung von Kindern und Erwachsenen sozial organisiert“ wird (Michael-Sebastian Honig). Dass sich überhaupt eine eigene Theatergattung herausbildet, die sich dezidiert an ein junges Publikum wendet, ist nicht zu trennen von der im 18. Jahrhundert einsetzenden Neubewertung von Kindheit. Erst jetzt wird Kindheit als Lebensphase mit Eigenwert betrachtet und in einer ambivalenten Geste von Schutz und Bevormundung zusehends von der Lebenswelt der Erwachsenen separiert. Die Trennung zwischen einem Theater für junges Publikum und einem Theater für erwachsenes Publikum ist damit Teil der „Distanzierung von Kindheit“ (Gunilla Budde), die das Kindheitsdispositivs der Moderne prägt. Theater reagiert also nicht nur auf altersspezifische Bedürfnisse, sondern es agiert: Theater wirkt durch seine jeweilige Ästhetik, seine Themen, seine Produktionsweise und Publikumsstruktur immer auch an der generationalen Ordnung, der Herausbildung von Generationenbegriffen und -identitäten mit.
Unsere Lektüre umfasst theoretische und künstlerische Positionen aus dem 18. Jahrhundert (Rousseau Émile oder Über die Erziehung, Christian Felix Weiße Der Kinderfreund), der Weimarer Republik (Walter Benjamin Programm für ein proletarisches Kindertheater), der frühen DDR (Alexander N. Afinogenow Großvater und Enkelin) und der alten BRD (Hofmanns Comic Teater Will dein Chef von dir mal Feuer) bis in die Gegenwart (Doris Bühler-Niederberger Soziologie der Kindheit, Vorschlag:Hammer Kindheiten).
4.12., 10.00-14.00 Uhr Schreib-Workshop I Fayer Koch
20.11., 20.00 Uhr Aufführungsbesuch, Vorschlag:Hammer Kindheiten (Schauspiel Leipzig/Residenz)
8.1., 15.00-16.30 Uhr Der Kinder-Beirat am TdJW Maria Obermeier
15.1., 10.00-15.00 Uhr Schreib-Workshop II Fayer Koch
Einschreibung über moodle: 12.1.8.3
Leitung: Anna Schlote / Anton Fischer
Zeiten:
Fr, 06.11., Einführungssitzung: 10-12 Uhr
Fr, 20.11., 9.30-13.30 Uhr
Fr, 27.11., 9.30-13.30 Uhr
Fr, 11.12., 9.30-13.30 Uhr
Do, 21.01., Abschlussblock: 9.30-13.30 Uhr
Fr, 22.01., Abschlussblock: 9.30-14 Uhr
Ort: 4.16
Kurzbeschreibung:
Kunst wird eine utopische Dimension zugesprochen – eine politische, emanzipatorische, gar revolutionäre. Solche Zuschreibungen laufen Gefahr, Kunst mit Ansprüchen zu überfrachten, ihre gesellschaftliche Wirkmacht zu überschätzen und dadurch politische Prozesse zu entlasten. Und doch ermöglicht Kunst eine spezifische Erfahrung, die sich von anderen Formen der Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit Welt unterscheidet. Worin liegt das kritische Potential von Kunst?
Ausgehend von der Frage nach der Zukunft des Theaters untersucht das Seminar, inwiefern Kunst nicht nur auf gesellschaftlicher Veränderungen reagiert, sondern selbst ein verändertes Verhältnis zur gesellschaftlichen Wirklichkeit eröffnet. Dabei werden zentrale Fragen und Begriffe der philosophischen Ästhetik beleuchtet. Was haben Theater, Film, Musik, Malerei, Installation und Literatur gemeinsam, um als Kunst gelten zu können?
Im Seminar erarbeiten und diskutieren wir durch Close Reading philosophischer Grundlagentexte (u.a. Kant, Šklovskij, Adorno, Koch) unterschiedliche Begriffe von Kunst und ästhetischer Erfahrung. Anhand von ausgewählten künstlerischen und popkulturellen Beispielen bringen wir die Begriffe ins Verhältnis zu konkreten Gegenständen, entwickeln und erproben sie.
moodle: 12.1.13.3
Schwerpunkt Medien
Leitung: Henrike Meyer
Zeiten: mittwochs, 12:15 - 13:45
Ausnahmen: 21.10.26 12:15 - 15:45 (Technikeinführung zusammen mit BA I), 28.10.26 (online)
Nicht am: 18.11.26 (Buß- und Bettag)
Ort: 4.02 Videostudio
Kurzbeschreibung: In diesem Seminar werden die Studierenden bei der Entwicklung und Umsetzung medialer Projekte sowohl inhaltlich als auch technisch begleitet.
Beispiele aus Film und anderen Medien werden analysiert, um auf Konzepte, Dramaturgie und fi lmische Mittel einzugehen und das Wissen in Filmdramaturgie, Drehbuchschreiben und medienkünstlerischem Handwerkszeug zu vertiefen.
Ziel ist die eigenständige Umsetzung und Präsentation eines Medienprojekts.
moodle: 12.1.13.4
Leitung: Prof. Dr. phil. habil. Annette Storr
Zeiten: mittwochs, 09:30-11:30
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
John Cassavetes' Kino ist in vieler Hinsicht interessant für dramaturgische Beobachtungen einer eigenen, unkonventionellen kinematografischen Formensprache: Kamera, Schauspiel, Drehbuch versus Improvisation, Musik, Produktionsbedingungen und nicht zuletzt hinsichtlich der diesen ästhetischen Erfindungen innewohnenden Gesellschaftskritik der 50er-80er Jahre in den USA. Fünf Filme werden im Kino gesichtet und gemeinsam analytisch, theoretisch und historisch erschlossen.
Das Seminar ist offen für Interessent/innen.
Einschreibung über moodle: 12.1.3.1
Leitung: Anna Schlote / Anton Fischer
Zeiten:
Fr, 06.11., Einführungssitzung: 10-12 Uhr
Fr, 20.11., 9.30-13.30 Uhr
Fr, 27.11., 9.30-13.30 Uhr
Fr, 11.12., 9.30-13.30 Uhr
Do, 21.01., Abschlussblock: 9.30-13.30 Uhr
Fr, 22.01., Abschlussblock: 9.30-14 Uhr
Ort: 4.16
Kurzbeschreibung:
Kunst wird eine utopische Dimension zugesprochen – eine politische, emanzipatorische, gar revolutionäre. Solche Zuschreibungen laufen Gefahr, Kunst mit Ansprüchen zu überfrachten, ihre gesellschaftliche Wirkmacht zu überschätzen und dadurch politische Prozesse zu entlasten. Und doch ermöglicht Kunst eine spezifische Erfahrung, die sich von anderen Formen der Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit Welt unterscheidet. Worin liegt das kritische Potential von Kunst?
Ausgehend von der Frage nach der Zukunft des Theaters untersucht das Seminar, inwiefern Kunst nicht nur auf gesellschaftlicher Veränderungen reagiert, sondern selbst ein verändertes Verhältnis zur gesellschaftlichen Wirklichkeit eröffnet. Dabei werden zentrale Fragen und Begriffe der philosophischen Ästhetik beleuchtet. Was haben Theater, Film, Musik, Malerei, Installation und Literatur gemeinsam, um als Kunst gelten zu können?
Im Seminar erarbeiten und diskutieren wir durch Close Reading philosophischer Grundlagentexte (u.a. Kant, Šklovskij, Adorno, Koch) unterschiedliche Begriffe von Kunst und ästhetischer Erfahrung. Anhand von ausgewählten künstlerischen und popkulturellen Beispielen bringen wir die Begriffe ins Verhältnis zu konkreten Gegenständen, entwickeln und erproben sie.
Einschreibung über moodle: 12.1.13.3
Schwerpunkt Musiktheater/Tanz
Leitung: Ilka Seifert
Zeiten:
Fr, 16.10.26, 10:30-12:00 Uhr (1.10)
Fr, 30.10.26, 10:30-12:00 Uhr und 13:00-14:30 Uhr (1.10)
Fr, 13.11.26, 10:30-12:00 Uhr und 13:00-14:30 Uhr (1.10)
Fr, 27.11.26, 13:30-15:00 Uhr und 15:30-17:00 Uhr (4.16)
Fr, 11.12.26, 10:30-12:00 Uhr und 13:00-14:30 Uhr (1.10)
Fr, 08.01.27, 10:30-12:00 Uhr und 13:00-14:30 Uhr (1.10)
Sa, 09.01.27, 10:30-12:00 Uhr und 13:00-14:30 Uhr (1.10)
Fr, 22.01.27, 10:30-12:00 Uhr und 13:00-14:30 Uhr (1.10)
Ort: 1.10 & 4.16
Kurzbeschreibung:
Was unter dem Begriff Musiktheater subsumiert wird, hat sich in den letzten 20 Jahren sehr verändert. Neben Repertoire-Oper, Operette, Musical usw., die durch mehrere Jahrhunderte bei aller Unterschiedlichkeit einer ähnlichen Erzählweise folgen, gibt es mittlerweile ein breites Spektrum von musiktheatralen Zugriffen auf zeitgenössische Themen: Intermedia Installation, Music Performance, Konzert, Installation, Audio Drama Installation u.a.
Die Rolle der Kom-ponierenden hat sich dabei grundlegend verändert. Auch Oper war in der Aufführungspraxis immer, allerdings stark hierarchisch organisierte Teamarbeit; Musiktheater im heutigen, erweiterten Sinne sucht aber oft bereits in der Recherche, Inhalt- und Stückentwicklung kollektive Erarbeitungsformen und bezieht immer häufiger in partizipativen, interaktiven, immersiven Aufführungen an neu zu entdeckenden Spielorten das Publikum unmittelbar mit ein.
In dem Seminar werden wir uns vor allem den neuen und allerneusten Entwicklungen im Bereich des Musiktheaters und neuer Konzertformate zuwenden. Gemeinsam soll eine Übersicht entwickelt und eine Verständigung über die neue Begrifflichkeit versucht werden. Der Besuch zweier ausgewählter Produktionen soll im Rahmen einer Exkursion nach Berlin die Seminararbeit ergänzen.
Einschreibung über moodle: 12.1.8.8
Leitung: Prof. Dr. Regine Elzenheimer
Zeiten: donnerstags zweiwöchentlich 15:00-18:00
(22.10., 29.10, 12.11., 26.11., 10.12., 7.1., 21.1)
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
Ausgehend von Igor Strawinskys ‚Skandalwerk’ „Le sacre du printemps“ wird im Seminar eine übergreifende Entwicklung musikalischer, tänzerischer und bildkünstlerischer Konzepte im 20. Jahrhundert beleuchtet, die sich wesentlich von der klassisch-romantischen Kategorie des Ausdrucks verabschiedet und neue ästhetische und genreübergreifende künstlerische Formen hervorgebracht haben, die mit den Elementen von Reduktion und Wiederholung arbeiten. Von Erik Saties „Le piège de Meduse“, Strawinskys „Histoire du Soldat“, den „Events“ von John Cage und Merce Cunningham über wichtige Repräsentant/innen der sogenannten „minimal art“ (Donald Judd, Robert Morris, Sol Le Witt), der „minimal music“ (La Monte Young, Terry Riley, Phil Glass, Steve Reich) und des „minimal dance“ (Lucinda Childs, Yvonne Rainer) bis hin zu multimedialen und vokalexperimentellen Kompositionen von Meredith Monk sowie szenisch-choreografischen Arbeiten von Robert Wilson, Anne Teresa De Keersmaeker und Sasha Waltz werden wesentliche Ansätze eines gleichberechtigten Zusammenwirkens von Musik, Tanz und Theater im 20. (und 21.) Jahrhundert vorgestellt und diskutiert.
moodle: 12.1.13.8
BACHELOR IV (7. Semester)
Leitung: Sivan Ben Yishai
Zeiten: 15., 16., 17.10., 10:00-18:00
Ort: 4.16
Kurzbeschreibung:
"I got punched in the face. My nose was broken. The bones of the bridge got shifted. The flesh swelled like it was trying to hide the fracture beneath. This is how speech swells around memory. How intellect swells around hurt."
Leslie Jamison, The Empathy Exams
With its sharp tip, the broken bone can become a writing pen. Unlike uninjured skin, when skin is cut or broken, it becomes a map. Following its lines will often lead to unsolved discourses, open questions, forgotten genealogies and erased histories.
In "The Body as an Argument", we will focus on the syntax of the layers, voices and perspectives that make up a body - a text - and ask: what is, actually, the body of the writer, of the theatre writer? How does this body transform to become a stage, the very place from which it's normally absent? What is the anatomy of a stage? How do we incorporate its physicality, its performativity, into our writing? How do we include the particular presence of the theatre auditorium/ the theatre institution/ the audience into the shaping of our texts?
The writer's body transforms into a page. The page shapeshifts into a stage and is being divided between a multitude of bodies, putting it in a constant state of transition. It morphs with space, it transforms with time, it mutates with each place where it's staged, with every important political event. How to integrate this fluidity, this 'transitionality' in the writing process, in the sealed form of the "finished" play? What is a finished play?
Einschreibung über moodle: 12.1.15.1
Leitung: Dr. Dag Kemser / Prof. Dr. Christian Pischel / Prof. Dr. Annette Storr
Zeiten: dienstags, 13:30-15:00
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung: Im Kolloquium werden Arbeitsstände laufender Bachelorarbeiten präsentiert. Fragen zu Recherche, thematischer Schärfung, methodischem Vorgehen und Formalia können hier besprochen werden. Darüber hinaus dient das Kolloquium der Weiterentwicklung und Diskussion von Themen im folgenden Semester anstehender Bachelorarbeiten.
moodle: 12.1.18.1
MASTER
Leitung: Prof. Dr. Annette Storr
Zeiten: mittwochs, 15:30-17:00
Ort: 4.16
Kurzbeschreibung:
Im Seminar besteht die Möglichkeit, die eigenen Projekte für das Masterstudium den anderen Teilnehmer/innen vorzustellen. Begleitend halte ich einen Fundus von "Kritischen Schriften" wichtiger
Wissenschaftlerinnen des ausgehenden 20. Jahrhunderts bereit, die in Soziologie, Literatur- und Theaterwissenschaft sowie als Dramaturginnen gearbeitet haben. Die reflektierenden, theoretischen Texte sind getragen von einem subtilen Umgang mit den behandelten ästhetischen Gegenständen. Im Vordergrund stehen soll die jeweilige Schreibweise dieser – in ihrer sprachlichen Form bereits – "Kritischen Schriften".
Das Seminar ist offen für Interessent/innen.
moodle: 12.2.1.1
Leitung: Bastian Lomsché
Zeiten:
16.10., 12:00-14:30 (1.10)
06.11., 12:00-14:30 (4.16)
11.12., 13:30-16:00 (4.16)
08.01., 10:00-12:30 (4.16)
29.01., 10:00-12:30 (4.16)
Ort: 4.16 / 1.10
Kurzbeschreibung:
Spielpläne sind Setzungen – und zugleich Ergebnisse komplexer Aushandlungsprozesse. In ihnen treffen künstlerische Interessen auf institutionelle Bedingungen; Vorstellungen von Öffentlichkeit und gesellschaftlicher Relevanz auf Publikumserwartungen; Fragen von Repräsentation auf ökonomische Notwendigkeiten und nicht zuletzt auf die konkreten Möglichkeiten eines Hauses. Spielpläne versuchen immer auch ein Selbstverständnis zu formulieren, eine Vorstellung davon, was ein spezielles Theater sein will oder kann, wen es adressieren und welche Rolle es innerhalb bestimmter Kontexte einnehmen möchte.
Das Seminar untersucht Spielplanung als eine zentrale dramaturgische Praxis, vorrangig in Stadt- und Staatstheaters. Anhand konkreter Beispiele werden Spielpläne auf ihre programmatischen Setzungen, Strukturen und impliziten Kriterien hin befragt. Was können Spielpläne leisten und für wen? Unter welchen Bedingungen entstehen sie, welche künstlerischen, gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Faktoren wirken auf sie ein? Und wer interessiert sich eigentlich für all diese Überlegen, außer andere Theaterschaffende?
Wie beschäftigen uns mit der Frage, wie aus einzelnen Stoffen, Ästhetiken und Künstler:innen erkennbare Programme entstehen können – und wann die Versuche, möglichst unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, lediglich zum kleinsten gemeinsamen Nenner führen, zum oft zitierten „Gemischtwarenladen“.
Neben der Analyse steht die eigene Praxis im Mittelpunkt. Wir entwerfen und diskutieren Spielpläne, beschäftigen uns mit ihren Wirkmöglichkeiten und unserer Rolle als Dramaturg:in in diesen Prozessen, insbesondere in den ersten Berufsjahren.
moodle: 12.2.1.2
Leitung: Prof. Dr. Christian Pischel
Zeiten: montags, 14:00-15:30
Ort: 4.16
Kurzbeschreibung:
Man kann sich – wie der Filmtheoretiker Friedrich Balke polemisch bemerkte – auf den nominalistischen Standpunkt stellen und behaupten: „Es gibt keinen Dokumentarfilm.“ Es gibt vielleicht nur äußere Klassifikationsversuche, wissenschaftliche und vertriebs-strategische, die häufig der aus der Ethnologie bekannten Unterscheidung zwischen dem „Rohen“ und „Gekochten“ (Levi-Strauss) folgen: Auf der einen Seite der faktische, unbestechliche Lichtabdruck des Kamerabildes und auf der anderen die argumentative Formung, die manipulative Zurichtung und das Fiktive des Erzählfilms. Dieses Seminar möchte sich diesem strikten Gegensatz entziehen und einen Parcours von theoretischen Texten und Filmen anbieten, die uns die Vielfalt der Praktiken, Poetiken und Denkweisen des experimentellen Dokumentarfilms eröffnen. Welche Erfahrungsräume erkunden bestimmte dokumentarische Poetiken? Welche Wahrnehmungsaggregate, somatischen Potentiale und Denkbewegungen sind damit verbunden? Und was tun wir, wenn wir dokumentarisch arbeiten? Rohkost oder Nouvelle Cuisine?
Einschreibung über moodle: 12.1.8.6
Leitung: Prof. Dr. Regine Elzenheimer
Zeiten: donnerstags, 15:00-16:30
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
moodle: 12.2.1.4
Leitung: Prof. Dr. phil. habil. Stefan Tigges
Zeiten: 27.10.26, 12:00-18:00
Exkursion Tübingen: 19.-22.11.26
Ort: 4.16 o. 4.14
Kurzbeschreibung:
Zunächst werden wir in Leipzig intensiv das Stück des Autors und Regisseurs Tiago Rodrigues lesen und diskutieren, um daraus möglichst viele Fragen zu generieren, die vor allem politische Resonanzräume und aktuelle gesellschaftliche Diskurse betreffen. Dazu eine Leitfrage:Wie lässt sich der Faschismus - auch aus dramaturgischer Sicht - auf nicht faschistische Weise bekämpfen?
Dabei werden wir u.a. folgende Texte/Bücher miteinbeziehen:
Matthias Wörsching, Faschismustheorien. Überblick und Einführung, Schmetterling Verlag, Stuttgart 2020 (12,- bitte alle zuvor besorgen und lesen!)
Eva von Redecker, Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus, S. Fischer Verlag, Frankfurt 2026 (Auszüge)
Jason Stanley, Gefälschte Geschichte. Wie Faschisten die Vergangenheit umschreiben, um die Zukunft zu kontrollieren, Westend Verlag, Neu Isenburg 2026 (Auszüge)
Etwas später werden wir uns im Tübinger Zimmertheater treffen, um hier konkret am Beispiel des Stückes und in Bezug auf den Spielort praktische dramaturgische sowie szenische Fragen, Herausforderungen, Handlungsoptionen zu diskutieren, aber auch den Entstehungsprozess des Stückes (Spielfassung und Aufführung) rückverfolgen. Wir werden uns die Aufführung mehrfach ansehen und an den jeweiligen Nachgesprächen teilnehmen, vielleicht auch selbst gemeinsam auf dem Podium sitzen?
Geplant ist neben einem ausführlichen Austausch mit den Spielenden auch ein Gespräch mit dem Regisseur Tobias Schilling und der Bühnen- und Kostümbildnerin Birgit Angele.
Um unseren Diskurs noch zu vertiefen, werden wir zudem Lehrende und Studierende des Instituts für Rechtsextremismusforschung (Leitung: Leonie de Jonge) der Universität Tübingen treffen, die ebenso kuratorisch in die Reihe der Nachgespräche eingebunden sind.
Plan Exkursion Tübingen:
Donnerstag, 19.11.26
Anreise, 20.00 Aufführungsbesuch mit Nachgespräch (u.a. Prof. Dr. Annett Heft, Uni Tübingen)
Freitag, 20.11.26
Seminar 10.00-17.00 (inkl. Treffen mit dem Institut für Rechtsextremismusforschung, Universität Tübingen)
20.00 Aufführungsbesuch mit Nachgespräch (u.a. Prof. Dr. Tanja Thomas, Uni Tübingen)
Samstag, 21.11.26
Seminar 10.00-17.00 (inkl. Arbeitsgespräche mit Tobias Schilling (Regie) und Birgit Angele (Bühne und Kostüm)
20.00 Aufführungsbesuch mit Nachgespräch (u.a. Prof. Dr. Barbara Stauber, Uni Tübingen)
Sonntag, 22.11.26
Abreise
moodle: 12.2.2.1
Leitung: Thomas Frank
Zeiten:
Mo, 26.10., 14:00-15:30
Mo, 16.11., 12:00-13:30
Mo, 14.12., 12:00-13:30
Mo, 18.01., 12:00-13:30
Ort: 1.10
Kurzbeschreibung:
Im Gefüge der Theaterlandschaft in Europa sind die Theaterfestivals eine wichtige Säule. In vier Seminarsitzungen gehen wir der Frage nach, was ein Festival im Unterschied zum Theaterhaus ausmacht und welche Rolle Festivals im kulturellen Leben von Städten und Regionen für das Publikum, die Künstler:innen und die erweiterte (Fach-)Öffentlichkeit spielen.
Wir analysieren gemeinsam aktuelle Festivalprogramme und deren künstlerische Profile, sortieren verschiedene Typen von Festivals, tauschen uns mit Festivalmachern aus, schauen uns Berufsfelder in den Festivals an, lesen aktuelle Texte zum Thema und überlegen, wie ein ideales Festival wäre, wenn wir es neu erfinden könnten.
Alle Seminarteilnehmer*innen möchten bitte bereits zur ersten Seminarsitzung am Mo. 26.5. ein Festivalprogramm kurz vorstellen, dass sie selbst besucht haben und/oder das sie besonders interessiert.
moodle: 12.2.2.2
Leitung: Oliver Kummer
Zeiten:
22.10., 15:00-17:30
29.10., 15:00-17:30
12.11., 15:00-17:30
Ort: 4.16
Kurzbeschreibung:
Durch diese Veranstaltung werden Sie praxisrelevante rechtliche Kenntnisse wie auch Grundlagenwissen vermittelt bekommen und vor allem wie diese Themen in der Praxis behandelt und umgesetzt werden. Dazu werden wir einen Einblick in das juristische Denken nehmen und die wichtigsten Vertragsarten und in der Bühnenpraxis verwendeten Verträge kennenlernen.
Wesentliche Gestaltungsmöglichkeiten nach dem Gesetz, den Verträgen und in der Praxis werden besprochen und typische Konfliktsituationen und deren Lösungen erarbeitet.
Sie werden die wesentlichen Verträge, die Sie in Ihrem Bühnenleben begleiten werden, verstehen lernen und eine praktische Handreichung erhalten, wie sie mit Ihnen umgehen können.
moodle: 12.2.2.2
Leitung: Dr. Dag Kemser
Zeit: 21.-24.01.2027
Ort: Amsterdam
Kurzbeschreibung:
Nach Between Presence and Meaning (Prag 2025) und Response & Responsibility (Leipzig 2026) findet 2027 in Amsterdam das dritte internationale Symposium zum Thema Teaching Practical Dramaturgy of Contemporary Performance mit dem Titel Value & Risk statt. Die Reihe versteht sich als Plattform für Lehrende, Studierende, Künstler:innen, Dramaturg:innen und Forscher:innen, die sich darüber austauschen wollen, wie unterschiedlich Verständnis und Praxis von Dramaturgie, kulturelle Infrastrukturen, ästhetische Traditionen und politische Herausforderungen in den jeweiligen Kontexten sind. Die 15-minütigen Vorträge geben Einblick in konkrete Praxen, Methoden und Übungen, die anschließenden Diskussionen bilden ein wesentliches Moment der Veranstaltung. Die heterogenen Beiträge aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen finden ihren gemeinsamen Bezugspunkt in der Frage, wie Dramaturgie – mit ihrem ungreifbaren Gegenstand – vermittelt werden kann.
Als Impuls für das Symposium hat der call for papers u.a. folgende Beobachtungen, Vorschläge und Fragen formuliert: „The teaching of practical dramaturgy today takes place within cultural, institutional and political conditions in which the values that have long structured public life are actively being renegotiated, questioned and redefined. […] Across different contexts, questions of truth, legitimacy, responsibility and artistic relevance are no longer shared frameworks, but contested fields of meaning. […] This symposium proposes to think of value and risk as interrelated conditions of pedagogical and artistic practice. Value is approached not as a fixed economic measure, but as orientation: what matters, what guides decisions, what is considered worth investing time, attention and commitment in. Risk is not understood simply as danger, but as the condition through which values become visible, tested, and reconfigured in practice. This perspective builds on earlier editions of the symposium […] by asking how teaching dramaturgy engages with values not as fixed points of orientation, but as questions continuously negotiated through practice.“
Das Symposium wird organisiert von DAS Theatre, ATD Lectoraat (Amsterdam University of the Arts) und dem Master of International Dramaturgy (University of Amsterdam), in Zusammenarbeit mit KALD (The Academy of Performing Arts in Prague) und unserer Fachrichtung (HMT Leipzig/FR Dramaturgie).
moodle: 12.2.2.3