
Wissenschaftliche Qualifikationen
WISSENSCHAFTLICHE WEITERQUALIFIKATIONEN
Neben der künstlerischen Ausbildung bildet die wissenschaftliche Lehre und Forschung eine zentrale Säule der HMT Leipzig. Die Hochschule bietet vielfältige Möglichkeiten zur wissenschaftlichen Weiterqualifikation – von der Promotion über das Graduiertenstudium bis hin zur Habilitation. Diese Programme ermöglichen es, eigenständige Forschungsprojekte zu realisieren, sich akademisch weiterzuentwickeln und aktiv am wissenschaftlichen Diskurs teilzunehmen.
Graduiertenstudium
Begleitung der Promotion
Das Graduiertenstudium an der HMT Leipzig bietet einen strukturierten Rahmen für wissenschaftliche und künstlerisch-wissenschaftliche Projekte. Es richtet sich an Absolvent*innen, die ihre Forschungskompetenzen vertiefen und sich auf eine Promotion vorbereiten möchten. Im Rahmen des Graduiertenstudiums profitieren die Teilnehmenden von einem interdisziplinären Austausch, begleitenden Veranstaltungen und individueller Betreuung durch erfahrene Dozent*innen.
Seit dem Wintersemester 2017/18 gibt es an der HMT Leipzig die ergänzende Möglichkeit, auch im Rahmen eines Graduiertenstudiums zu promovieren.
Voraussetzung für die Zulassung zum Graduiertenstudium ist ein Promotionsvorhaben, das bereits von der Promotionskommission der HMT Leipzig zugelassen wurde, i. d. R. innerhalb der letzten zwei Jahre vor Antragsstellung. Von den betreuenden Hochschullehrer:innen, die Mitglied der Hochschule sind oder waren, muss die Bereitschaft vorliegen, die Betreuung der Graduiertenstudierenden zu übernehmen.
Das individuelle, mit Unterstützung durch die betreuenden Hochschullehrer*innen aufzustellende Studienprogramm soll sowohl die in Zusammenhang mit der Bearbeitung des Promotionsvorhabens stehenden Aufgaben als auch Festlegungen zur regelmäßigen Weiterbildung im Promotionsgebiet beinhalten.
Die Regelstudienzeit des Graduiertenstudiums beträgt sechs Semester.
Alles Nähere regeln die Studienordnung des Graduiertenstudiums und die dort anhängende Modulordnung.
Studierende im Graduiertenstudium haben die Möglichkeit und nach Ablauf des zweiten Semesters die Pflicht, in Ergänzung zum eigenen Studium befristete Dienstleistungen in der Lehre von bis zu zwei Semesterwochenstunden anzubieten. Bei der Auswahl der Themen des Tutoriums sollen die eigene wissenschaftliche Arbeit der Studierenden berücksichtigt und der Zusammenhang mit dem Promotionsvorhaben gewährleistet werden.
Daneben nehmen die Graduiertenstudierenden an drei je einsemestrigen Doktorand*innenseminaren der Hochschule teil und berichten hier in regelmäßigen Abständen über den Stand ihrer Promotionsvorhaben.
Die aktuell geltende Studienordnung für das Graduiertenstudium an der HMT Leipzig im
Im Rahmen des Graduiertenstudiums werden sowohl das interdisziplinäre wissenschaftliche Kolloquium angeboten als auch je spezifische Fachkolloquien aus den Disziplinen Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Dramaturgie.
INTERDISZIPLINÄRES FACHKOLLOQuIUM
Aktuelle Informationen folgen
Beispiel Wintersemester 2022/23
- 28.10.2022, 14.00-15.30 Uhr, Dittrichring 21, Raum 0.21
- VORSTELLUNG UND DISKUSSION LAUFENDER PROMOTIONSPROJEKTE
FACHKOLLOQUIEN
Übersicht der spezifische Fachkolloquien aus den Disziplinen Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Dramaturgie
Promotion an der HMT Leipzig
Erlangung des akademischen Grades „Doctor philosophiae"
Die Promotion an der HMT Leipzig ermöglicht es, durch eine eigenständige wissenschaftliche Arbeit den Doktortitel zu erwerben. Promovierende werden in ihrer Forschung von qualifizierten Betreuer*innen unterstützt und haben die Möglichkeit, ihre Ergebnisse im Rahmen von Kolloquien und Tagungen zu präsentieren. Die Hochschule fördert dabei sowohl individuelle Promotionsvorhaben als auch strukturierte Programme, die eine enge Vernetzung innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft ermöglichen.
Promotionskommission
Prof. Dr. phil. habil. Christian Pischel (FR Dramaturgie: Medien), Vorsitzender (christian.pischel@hmt-leipzig.de)
Dr. phil. Dag Kemser (FR Dramaturgie: Theater)
Prof. Dr. phil. habil. Benedikt Leßmann (FR Musikpädagogik: Musikwissenschaft)
Prof Dr. phil. Ines Mainz (FR Musikpädagogik: Musikpädagogik, Pädagogik)
Prof. Dr. phil. Constanze Rora (FR Musikpädagogik: Musikdidaktik, Musikpädagogik)
Promotionsordnung
Die aktuell geltende Promotionsordnung der HMT Leipzig zum Download
Laufende Promotionen
Diese Arbeit widmet sich der Erforschung der Orchesterwerke von Anna Thorvaldsdottir aus dem Zeitraum 2017–2022. Im Zuge der Untersuchung des bisher kaum erforschten Werkes der isländischen Komponistin wird auf den Diskurs zu den Begriffen Ecomusic und Drones sowie zum höranalytischen Zugang eingegangen.
Katharina Blassnigg absolvierte die Studien Komposition und Musiktheorie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) sowie die Studien Harfe und Gesang an den Landeskonservatorien Klagenfurt und Innsbruck. 2015–2019 hatte sie einen Lehrauftrag für Tonsatz an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig inne und seit 2017 lehrt sie an der mdw am IKE / Institut für Komposition, Elektroakustik und Tonmeister*innen-Ausbildung, seit 2022 als Senior Lecturer.
Betreuerin: Prof. Dr. phil. Gesine Schröder
Unter dem Titel "Odyssee im Klangraum - Vorfilmische Musik im Spielfilm seit 2001" wird dargelegt, auf welche Weise Musik des 17. bis 19. Jahrhunderts in erfolgreichen Filmen der deutschen Kinolandschaft zum Einsatz kommt. Nach einem empirischen Teil mit dem Ziel, Aussagen zur Häufigkeit des Einsatzes bestimmter Werke, Komponist*innen o.ä. treffen zu können, folgt im zweiten Teil die Analyse zahlreicher Filme bzw. Filmszenen.
Manuel Buch
studierte von 2004 bis 2008 an der HMT und Universität Leipzig Musik und Germanistik auf das Lehramt Gymnasium, bevor er in Rheinland-Pfalz das Referendariat absolvierte. Während des Studiums und der ersten 10 Berufsjahre an einer Gesamtschule in Mainz komponierte er zahlreiche Musiktheaterwerke für Schulen und professionelle Ensembles. 2017 gründete er den Musical- und Theaterverein “Helden von heute e.V.”, den er hauptverantwortlich leitet. Er ist Mitbetreiber eines Programmkinos und lebt mit seiner Frau und vier Kindern in der Nähe von Kaiserslautern.
Die zunehmende Präsenz von Bewegtbildern und ihrer screen-gestützten Präsentation erfordert eine Neubetrachtung des Aufführungsgefüges als wechselseitige Konstellation von Raum, Akteur:innen (Performende und/oder Zuschauende/Teilnehmende) und medialer Anordnung. Mit einem interdisziplinären Ansatz wird an der Schnittstelle von Theater-, Medien- und Kunstwissenschaft aus einem Pool vielgestaltiger Beispiele auf Basis aufführungsanalytischer Betrachtungen ein Entwurf für eine Typologie erarbeitet.
Verena Elisabet Eitel
Dipl.-Dramaturgin, M.A. Filmwissenschaft, seit 2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt „Architektur und Raum für die Aufführungskünste“ an der HMT Leipzig; Promotionsprojekt seit 2019; ebenfalls seit 2019 Lehrtätigkeiten; 2013 bis 2017 Dramaturgin am Schauspiel Stuttgart und Nationaltheater Weimar; 2015 Marie-Zimmermann-Stipendium für junge Dramaturg:innen; Redaktionsmitglied des e-Journals MAP – Media Archive Performance.
Publikationen (Auswahl)
- Architektonik des Temporären — Szenografische Anordnungen und Potenziale gemeinschaftsstiftender Strategien in Festivalarchitekturen. In: Julia Buchberger, Patrick Kohn, Max Reiniger (Hg.): Radikale Wirklichkeiten. Festivalarbeit als performatives Handeln. Bielefeld 2021.
- Barbara Büscher und Verena Elisabet Eitel: PACT Zollverein Essen / Forum Freies Theater Düsseldorf. Geschichte, Raumprogramm, kuratorische Konzeptionen und künstlerische Projekte. ARBEITSHEFT #2: Produktionshäuser zeitgenössischer performativer Künste. Leipzig März 2021/Oktober 2020.
mehr zur Reihe: → HIER
- Die Black Box verlassen. Film, Kino und mobile Displays. In: Barbara Büscher, Verena Elisabet Eitel, Beatrix von Pilgrim (Hgs.): Raumverschiebung: Black Box – White Cube. Hildesheim 2014.
Betreuerin: Prof. Dr. phil. habil. Barbara Büscher
In dem Forschungsprojekt wird die Fortentwicklung musiktheoretischen Denkens in (West-)Deutschland um das Jahr 1970 untersucht. Dabei steht ein Zeitraum im Zentrum, der zwischen einer Bestandssicherung von Umwälzungen der NS-Zeit noch in der jungen Bundesrepublik und einer größeren Vernetzung der Theorie-Szene ab dem Jahr 2000 liegt.
Christian Groß studierte Kirchenmusik, Orgel/Improvisaton, Musiktheorie und Chorleitung in Leipzig, Freiburg und Trossingen. Preise und Auszeichnungen bei diversen Orgelwettbewerben sowie beim künstlerischen Wettbewerb der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH). Stipendiat der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk. Lehrtätigkeit in musiktheoretischen Fächern und Liturgischem Orgelspiel/Improvisation an Hochschulen und Akademien in Berlin, Leipzig, Rottenburg und Teheran.
Betreuerin: Prof. Dr. phil. Gesine Schröder
Instrumentation und Orchestration sind seit dem 19. Jahrhundert als maßgebliche Parameter musikalischer Komposition nicht mehr wegzudenken. Wie sehr das nämliche Jahrhundert diesem Fachgebiet einen Nährboden für dessen erfolgreiches Wachstum bot, zeigen die vielen umfangreichen Instrumentations- und Orchestrationslehren, darunter jene von Jean-Georges Kastner (1837), Hector Berlioz (1844) und François-Auguste Gevaert (1863). Kern der seit den 1830er Jahren andauernden Debatte, die sich ausgehend vom Aufblühen dieser Disziplin entspann, ist die Frage nach deren Lehrbarkeit. Von Berlioz in dessen Grand traité d’instrumentation et d’orchestration modernes klar verneint, liegt eine erste systematische Herangehensweise in der bereits 19 Jahre später von Gevaert veröffentlichten Instrumentationslehre vor, welche ihre geistige Fortsetzung in Charles Koechlins Traité de l’Orchestration (1954) finden sollte. Die besondere Stellung des Faches zeigt sich nicht zuletzt auch darin, dass bis 1977 der Unterricht nie losgelöst vom Kompositionsstudium erfolgte. Das vorliegende Dissertationsvorhaben widmet sich der Frage, wie das Fach „Instrumentation und Orchestration“ im Rahmen des Kompositionsstudiums bis zu seiner Herauslösung aus diesem Kontext unterrichtet wurde. Das Kompositionsstudium am Conservatoire National de Musique et de Danse de Paris steht hierbei mit seiner internationalen Strahlkraft exemplarisch für die Ausbildung dieses Faches in Frankreich. Zur Untersuchung der Entwicklung der Lehre des Faches bis einschließlich 1977 werden sowohl die für die jeweilige Zeit maßgeblichen gedruckten Instrumentations- und Orchestrationslehren herangezogen als auch Curricula, Studierendenakten und Prüfungsleistungen, desgleichen private Korrespondenzen, Interviews und Tagebucheinträge, um eine Aussage bezüglich der Lehre eines „nicht lehrbaren“ Faches tätigen zu können.
Betreuerin: Prof. Dr. phil. Marianne Betz
Betreuer: Prof. Dr. phil. habil. Christoph Hust
Das Vorwort des Second Booke von John Dowland ist auf den ersten Juni 1600 datiert. Robert Devereux - Second Earl of Essex, der bekannteste courtier seiner Zeit und letzter Favorit Elizabeths I., musste sich nach monatelanger Gefangenschaft am fünften Juni 1600 einer Anhörung unterziehen. Damit begann sein „downfall“. Die Arbeit will untersuchen, ob sich die Lieder des Second Booke auf dieses politische Großereignis beziehen.
Frank Pschichholz
studierte Laute und historische Zupfinstrumente bei Nigel North und Stephen Stubbs. Er unterrichtet selbst an der Musikhochschule Leipzig und an der Musikakademie Wrocław.
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist das musikalische Ausloten der Melancholie insbesondere in den Liedern von John Dowland. Neben der Alten Musik spielt Frank Pschichholz auch zeitgenössische Musik und schreibt eigene Songs zu Texten von John Donne oder William Shakespeare.
Betreuer: Prof. Dr. phil. habil. Christoph Hust
Die Arbeit betrachtet die Entwicklung der in der Musiklehrerbildung angesiedelten Disziplin "schulpraktisches Klavierspiel" an ausgewählten Musikhochschulen Deutschlands. Dabei wird in einer mehr als ein Jahrhundert umfassenden Retrospektive erklärt, warum aus dem "Partiturspiel" des beginnenden 20. Jahrhunderts eine Disziplin wurde, die das Begleiten von Liedern resp. Songs zu ihrem hauptsächlichen Gegenstand hat, warum es das Fach "schulpraktisches Klavierspiel" an der HfM Weimar (DDR) lange vor den Musikhochschulen der BRD gab und wieso der europaweit singuläre Wettbewerb, der Bundeswettbewerb Schulpraktisches Klavierspiel "Grotrian-Steinweg", seit mehr als 30 Jahren in Weimar ausgetragen wird.
Veit Riese
- 1998 - 2004 Studium für das Lehramt an Gymnasien (Musik und Deutsch) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
- 2004 - 2006 Referendariat am Landesgymnasium für Musik Wernigerode
- 2006 - 2012 Lehrer für Schulpraktisches Klavierspiel, Musik und Deutsch am Landesgymnasium für Musik Wernigerode
- 2012 - 2015 Lehrer für Musik und Deutsch an der Deutschen Internationalen Schule Den Haag
- seit 2015 Lehrer für Musik und Deutsch am Gymnasium Südstadt Halle (Saale), dort seit 2018 schulfachlicher Koordinator
Hier gehe ich der Frage nach, welchen kompositorischen Ansatz Salvatore Sciarrino in seinen zwischen 2002 und 2019 fertiggestellten Bühnenwerken verfolgt. Um dies herauszufinden, untersuche ich hierin enthaltene Satzmodelle, Bearbeitungstechniken, Klanggebilde wie auch semantische Stilmittel, welche wesentlich zu seiner Komponierlogik beitragen.
Daniel Serrano studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Komposition bei Michael Jarrell und Musiktheorie bei Gesine Schröder. Am Leonard Bernstein Institut im selben Haus ist er seit 2018 als Lehrbeauftragter für Musiktheorie tätig. Außerdem erhielt er 2015 den 1. Preis des Fanny-Hensel-Kompositionswettbewerbs, 2017 den 1. Preis des künstlerischen Wettbewerbes der GMTH, 2017 den Nikolaus-Fheodoroff-Kompositionspreis sowie 2020 den Würdigungspreis der mdw.
Das Promotionsvorhaben beleuchtet das Verhältnis von außerschulischen und schulischen Musikpraxen. Welche Aspekte von Musik als sozialer Praxis finden sich im Musikunterricht und insbesondere in produktionsdidaktischen Inszenierungen wieder? Inwiefern werden praxistheoretisch relevante Merkmale und Spielregeln berücksichtigt? Dem schulischen Musikunterricht scheint es nur selten zu gelingen, die charakteristischen Qualitäten von Musikpraxen erscheinen zu lassen und für Schüler*innen erfahrbar zu machen. Für die Ermöglichung erfüllter musikalisch-ästhetischer Praxis rücken aus praxistheoretischer Perspektive vermeintliche Randaspekte in den Vordergrund.
Anselm Vollprecht wurde 1992 in Hannover geboren und ist Musiker, Musikpädagoge sowie Gymnasiallehrer für die Fächer Musik und Biologie (1. Staatsexamen). Er arbeitet seit 2021 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Musikpädagogik der HMT Leipzig und promoviert bei Prof. Dr. Christopher Wallbaum. Im Juni 2022 übernahm er als wissenschaftlicher Mitarbeiter die Koordination des Teilvorhabens „Online_Musizieren_Unterrichten im digitalen Hochschulraum" an der Hochschule für Musik Dresden.
Betreuer: Prof. Dr. phil. i.R. Christopher Wallbaum
Habilitation an der HMT Leipzig
Erlangung der Lehrbefähigung im wissenschaftlichen Fachgebiet
Die Habilitation an der HMT Leipzig dient dem Nachweis der wissenschaftlichen Lehrbefähigung in einem der an der Hochschule vertretenen Fächer. Durch eine eigenständige wissenschaftliche Leistung und begleitende Lehrtätigkeit qualifizieren sich Habilitand*innen für eine Professur im Hochschulbereich. Das Verfahren wird von einer Kommission begleitet und bietet Raum für individuelle Schwerpunktsetzungen sowie fachlichen Austausch innerhalb und außerhalb der Hochschule.
Seit 2013 besteht die Möglichkeit, sich an der HMT Leipzig in folgenden Fächern zu habilitieren:
- Musikwissenschaft
- Musikpädagogik
- Theaterwissenschaft/Dramaturgie
Näheres regelt die Habilitationsordnung.
Der Habilitationskommission gehören alle promovierten Professorinnen und Professoren und habilitierten Mitglieder der Fakultät III der Hochschule sowie mindestens zwei auswärtige Mitglieder, die habilitiert oder promovierte Professorinnen oder Professoren sein müssen, an.
Die aktuell geltende Habilitationsordnung der HMT Leipzig als
Laufende und abgeschlossene Habilitationen
Abschluss des Habilitationsverfahrens im Sommersemester 2022.
Die Habilitationsschrift erschien 2023 als Band 6 der Reihe Musica poetica im Ortus Musikverlag, Beeskow HIER
Inhalt:
Die Festlichkeiten zu Geburt und Taufe, zu Thronbesteigung und Volljährigkeit, zu Königsweihe und Vermählung Ludwigs xiv. folgten jeweils einem lange tradierten, kulturell tief verankerten Muster. Ob es sich bei den königlichen Statuspassagen um ein Übergangsritual im engeren Sinne handelte, bei welchem die Mitwirkung von Kirchenvertretern erforderlich war, oder ob ein primär politisch motiviertes Zeremoniell ausagiert wurde, war dabei immer auch an der musikalischen Gestaltung erkennbar. Die Übergänge, die in den einzelnen Ritualkomplexen soziale und politische Ordnung transformativ herstellten, wurden im Nachgang stets durch ein breites Spektrum sinnlich erfahrbarer Spektakel konfirmativ dargestellt.
Wichtiger als die Frage, welche oder wessen Musik gespielt wurde, ist hierbei jeweils die Frage, welche Musiker vor, während und nach den jeweiligen Handlungselementen auf welchen Instrumenten spielten. Durch die Verknüpfung mit dem Konzept der drei Körper des Königs («natürlich», «heilig» und «politisch») wird in dieser Studie erstmals demonstriert, dass die Auswahl von Musik und der Einsatz von Musikern bei den Statuspassagen des Sonnenkönigs einem klaren, aber bisher übersehenen Prinzip folgten.


