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Briefe

Einzelbriefe, Briefkonvolute und Postkarten von ehemaligen Studierenden und Angehörigen des Konservatoriums ergänzen das Verwaltungsschriftgut und bieten wertvolle Eindrücke in Lebens- und Studienumstände zu ihrer Zeit.

Einige dieser autographen Dokumente sind bereits digitalisiert und vorrangig im Handschriftenportal Kalliope nachgewiesen und erschlossen.

 

Briefe

Am 9. Juni 2010 ersteigerte die Hochschule für Musik und Theater Leipzig einen Entwurf Felix Mendelssohn Bartholdys für einen Brief an den sächsischen König Friedrich August II. Das bisher unbekannte Dokument, das auf März 1840 zu datieren ist, stellt Mendelssohns ersten Versuch dar, den König für die Idee einer höheren Ausbildungsstätte für Musik in Leipzig zu gewinnen.

Der Text zeigt Mendelssohns Blick auf die Besonderheiten und einmaligen Bedingungen der Musikstadt Leipzig. Er thematisiert darüber hinaus in einer heute noch aktuellen Art und Weise die Bedeutung musikalischer Bildung für die Gesellschaft. Dem Brief ist ein erster Entwurf Mendelssohns für die Grundlinien des Leipziger Konservatoriums beigefügt. Die Grundlinien, die in weiten Teilen 1843 umgesetzt wurden, können als Gründungsdokument der heutigen Hochschule für Musik und Theater „Felix
Mendelssohn Bartholdy“ gelten. 

Ein gedrucktes Faksimile des Briefentwurfs mit Transkriptionen wurde 2011 herausgegeben und kann noch in der Bibliothek erworben werden.

 

 

„LEIPZIG!!! Here I am!“

Mit großer Begeisterung meldet die englische Musikstudentin Ethel Smyth in einem Brief an ihre Mutter vom 27. Juli 1877, dass sie nach mehrtägiger Reise in Leipzig eingetroffen sei. Damit geht endlich, nach langem Widerstand der Eltern, ihr Wunsch in Erfüllung, am hiesigen Konservatorium ein Studium aufzunehmen. 
Die HMT Leipzig hatte 2014 die besondere Gelegenheit, 57 autographe Briefe der englischen Komponistin und Frauenrechtlerin Ethel Smyth zu erwerben, welche sie während ihrer Leipziger Studienzeit 1877/78 an ihre Mutter schrieb. Smyth berichtet vom Alltag am Konservatorium, von den Unterrichtsinhalten, von ihren kompositorischen Fortschritten, von persönlichen Begegnungen mit Clara Schumann, Johannes Brahms und Edvard Grieg. Sie gewährt Einblick in das Leben der Leipziger bürgerlichen Kreise, das sie in den Familien Brockhaus, Tauchnitz, von Herzogenberg und Röntgen kennenlernte und beschreibt eindrucksvoll zahlreiche kulturelle Ereignisse der Stadt, denen sie beiwohnte. Als einmalige Dokumente zum Alltag des Leipziger Konservatoriums und als Zeugnisse des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens ihrer Zeit sind die Briefe für die Kultur- und Stadtgeschichte der Musikstadt Leipzig von herausragendem Wert. 

Die Korrespondenz von Emilie Hablitzel mit ihren Eltern und Schwestern aus der Zeit ihres Studiums am Königlichen Konservatorium der Musik zu Leipzig umfasst den Zeitraum vom 1. September 1891 bis zum 5. Oktober 1892. Die autographischen Schriftstücke sind seit 2023 im Bestand des Archivs der HMT. Die meisten der handgeschriebenen Briefe in englischer Sprache und lateinischer Schrift erhielt die Familie Hablitzel in Waterbury (Connecticut, USA) aus Leipzig, wo die damals 16 Jährige Emilie ein Jahr lang Klavier in der Klasse von Theodor Coccius und Theorie der Musik und Komposition bei Gustav Schreck studierte.

Die Erschließung bei Kalliope erfolgte im Rahmen einer Projektarbeit.