HMT Leipzig Hochschularchiv

Bestand A

1843-1945

Der Bestand A umfasst die Zeit von der Gründung der Musikhochschule 1843 bis zu Beginn des 20. Jh. Darin befinden sich die Inskriptionsregister und Inskriptionen sowie eine umfangreiche Sammlung an Zeugnisvorschriften und Zeugnissen. Besonders herauszuheben sind Prüfungsprotokolle aus den Jahren 1844-1881 mit autographen Eintragungen von Felix Mendelssohn Bartholdy, Carl Ferdinand Becker, Ignaz Moscheles, Moritz Hauptmann, Ferdinand David und anderen Leipziger Lehrern. Zudem existiert eine bedeutende Sammlung von Programmen der so genannten »Abendunterhaltungen« und der Prüfungskonzerte.

Verwaltungsakten sind aus dieser Zeit hingegen nur in geringem Umfang überliefert, so zum Beispiel wenige Bände mit Rektoratsprotokollen. Auch Schriftstücke zu Personalangelegenheiten sind eine Ausnahme.

Ergänzt wird dieser historische Bestand durch verschiedenartiges Kleinschrifttum. Besonders auffällig sind die Überlieferungslücken für die Zeit des Nationalsozialismus. Für diesen Zeitraum existieren zwar die Studierendenakten, jedoch nahezu keine Sachakten. Aufgrund mangelnder Quellen kann deren Existenz auch nicht rekonstruiert werden.

Der Bestand A wächst außerdem noch durch Archivgut anderer Herkunft, welches über Ankäufe oder Schenkungen hinzukommt.

 

Gliederung Bestand A

 

1. Inskriptionsregister

In die so genannten Inskriptionsregister trugen sich die Studierenden eigenhändig ein. Mit ihrer Unterschrift erkannten sie gleichzeitig die Disziplinarregeln des Konservatoriums an. Im Idealfall wurden von einer Verwaltungskraft das Datum des Ein- sowie Austritts vermerkt, teilweise um weitere Informationen zu der Person ergänzt. Ab Inskriptionsnummer 3630 fehlt die Verzeichnung des Abgangs in den Registern.


2. Inskriptionen

Die Informationen, die in den Inskriptionsbüchern zu den Studierenden festgehalten wurden, ändern sich zwar im Laufe der Zeit, folgen jedoch bereits zu Beginn einem bestimmten Muster. Aus diesem Schema entstand später (ca. Sommer 1899) ein Formular, das die Aufnahmesuchenden selbst ausfüllten. 
Aus den Einträgen in den Inskriptionsbüchern können Informationen zu Herkunft sowie Geburtsort und -datum der Studierenden gewonnen werden. Auch wurde verzeichnet, wer die Kosten des Studiums übernahm und mit welchen Vorkenntnissen die Studierenden ihre Ausbildung am Konservatorium begannen.


3. Zeugnisse

Bei den Zeugnissen handelt es sich größtenteils um Vorlagen, anhand derer die Versionen erstellt wurden, die die Studierenden ausgehändigt bekamen. Das erklärt, weshalb sie meist mehrere Handschriften der jeweiligen Lehrkräfte enthalten, die wiederum häufig schwer lesbar sind. Aus diesen Notizen erstellte eine Verwaltungskraft z. B. Direktorialzeugnisse, von denen wenige überliefert sind. Sollte bei einer recherchierten Person kein Zeugnis vorhanden sein, so kann das beispielsweise auf einen nur kurzen Aufenthalt am Konservatorium zurückzuführen sein.


4. Direktorialzeugnisse

Direktorialzeugnisse sind nur in geringer Anzahl überliefert. Es handelt sich bei diesen Dokumenten um besonders sorgfältig gestaltete Abschriften, für die eine Gebühr zu entrichten war.


5. Adressverzeichnisse
6. Urkunden, Preise
7. Studienbücher

1. Prüfungsprotokolle
2. Lehrerunterlagen
3. Studienordnungen/Prospekte
4. Lehre Varia
5. Personalverzeichnisse

1. Konzertprogramme
2. Opernaufführungen
3. Chorreisen der Hochschulkantorei
4. Konzertvorschläge Jugendkonzerte

 

1. Bekanntmachungen/Circulare
2. Briefe
3. Protokolle
4. Gründungs- und Satzungsdokumente
5. Gebäudeakten
6. Kuratoriumsschriftwechsel
7. Musikmessen im Konservatorium
8. Schriften gegen eine Musikhochschule in Dresden
9. Musikschule für Jugend und Volk

 

 1. Holstein-Stiftung
 2. Beethoven-Stiftung 
 3. Davisson-Stiftung
 4. Korndörfer/Bräutigam-Stiftung
 5. Carlo-Hermann-Stiftung 
 6. Josef-Liebeskind-Stiftung
 7. Kantorei-Stiftung
 8. Nikisch-Stiftung
 9. Peters-Stiftung
10. Reinecke-Stiftung
11. Stiftungskonten ADCA
12. Stiftungskapital
13. Stipendienvergabe

1. Presseartikel/Inserate
2. Ausflüge der Hochschule
3. Scandalosa
4. Grafiken/Fotodrucke/Kuriosa
5. Gemischte autographe Schriftstücke
6. Leipziger Musikleben gemischt
7. Weitere Druckerzeugnisse

Digitalisate auf sachsen.digital

Auf sachsen.digital sind einige der historischen Dokumente online einsehbar, dazu zählen Prüfungsprotokolle des 19. Jahrhunderts sowie Schülerverzeichnisse aus dem 20. Jahrhundert. Historische Sachakten aus der Verwaltung ergänzen diesen Bestand. Einen Schwerpunkt bilden Studierendenunterlagen wie Inskriptionen, Zeugnisse sowie weitere Prüfungsunterlagen, die neben der Sammlung von Konzertprogrammen wichtiges Quellenmaterial für internationale Forscher*innen darstellen.

Daneben gewährt eine Sammlung von Briefen der Komponistin Ethel Smyth Einblicke in ihre Zeit am Konservatorium und ihr Leben zwischen 1877 und 1887.

Die Kollektion wird erweitert durch digitalisierte Musikdrucke und Musikhandschriften aus der Sammlung der Bibliothek der HMT.

CARLA - Personendatenbank

CARLA steht für Conservatory Archive Records Leipzig with Additions und ist eine Datenbank zu Personen am Leipziger Konservatorium seit dessen Gründung im Jahr 1843 bis 1918.

Hier wurden Dokumente aus dem Archiv der HMT zu Studierenden, Lehrenden und weiteren Angehörigen des Konservatoriums ausgewertet. Zusätzlich wird auf weitere Informationen zu den verzeichneten Personen in anderen Datenquellen verwiesen.

CARLA bildet somit das Lernen, Lehren und Wirken am Leipziger Konservatorium für die Studienzeit der Inskriptionsjahrgänge 1843 bis 1918 ab.

Autographen und (Teil-)Nachlässen auf Kalliope

Im überregionalen Verbundkatalog Kalliope ist eine Recherche von Autographen und (Teil-)Nachlässen aus dem Archiv der HMT möglich.

Zu beachten ist, dass hier kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden kann.