HMT Leipzig

News & Events

Oper – Premiere am 22.5.206, 19 Uhr

Freitag, 22.5.2026, 19 Uhr,
Samstag, 23.5.2026, 19 Uhr,
Dienstag, 26.5.2026, 19 Uhr,
Mittwoch, 27.5.2026, 19 Uhr,
Samstag, 30.5.2026, 19 Uhr,
Sonntag, 31.5.2026, 19 Uhr, Grassistraße 8, Großer Saal

 

Opernproduktion
Giacomo Puccini (1858-1924): Gianni Schicchi (reduzierte Orchesterfassung von Ettore Panizza)
Ferruccio Busoni (1866-1924): „Arlecchino“ op. 50

Inszenierung: Prof. Karoline Gruber (siehe Foto)
Musikalische Leitung: Prof. Matthias Foremny
Hochschulsinfonieorchester, Chor, Solistinnen und Solisten der Fachrichtung Klassischer Gesang/Musiktheater    
Projekt Fachrichtung Klassischer Gesang/Musiktheater

Beim großen Opernprojekt der Fachrichtung Klassischer Gesang/Musiktheater zeigen die Studierenden als Solistinnen und Solisten sowie im Ensemble an sechs Abenden, was sie in den letzten Wochen auf der Bühne des Großen Saales geprobt haben. Begleitet werden sie vom Hochschulsinfonieorchester.
Auf dem Programm stehen 2026 zwei kleine Opern von zwei (im gleichen Jahr verstorbenen) Komponisten: „Gianni Schicchi“ des letzten großen Vertreters der spätromantischen italienischen Oper Giacomo Puccini (1858-1924) und „Arlecchino“ des spätromantisch-neoklassizistischen Ferruccio Busoni (1866-1924).

Die einstündige komödiantische Kurzoper „Gianni Schicchi“ von Giacomo Puccini war schon vor vielen Jahren an der HMT zu sehen. Sie gehört zu einem Opern-Triptychon, das außerdem die Kurzopern „Il tabarro“ („Der Mantel“) und die als Studioproduktion ebenfalls bereits aufgeführte „Suor Angelica“ („Schwester Angelica“) umfasst. Das Libretto schrieb Giovacchino Forzano. Die Uraufführung zusammen mit den anderen beiden Kurzopern erlebte das Werk in New York 1918 – sechs Jahre bevor Puccini infolge einer Kehlkopfoperation starb. Durch den großen Publikumserfolg kam es sogar zu Übersetzungen, u.a. ins Schwedische, Slowenische und Bulgarische.
Anregung zu „Gianni Schicchi“ gaben einige Verse aus Dantes „Göttlicher Komödie“ von 1321. In etwa dieser Zeit siedelt Puccini die Handlung an: Der reiche Buoso Donati ist gestorben. Als an seinem Totenbett das Testament verlesen wird, kommt es unter den habgierigen Verwandten zu Wut und Enttäuschung, denn Donati vererbte seinen ganzen Besitz einem Kloster! Man ruft den klugen Gianni Schicchi. Um noch eine Änderung des Testaments zu erreichen, verkleidet er sich als Donati und legt sich anstelle des Verstorbenen ins Bett. Obwohl Testamentsfälschung damals mit Verstümmelung oder Verbannung bestraft wird, lässt er den Notar rufen und sichert sich – trotz zahlreicher Bestechungsversuche und erneuten Unmuts der Verwandtschaft – den Löwenanteil des Erbes … Berühmt ist die Arie („O mio babbino caro“) von Lauretta, der Tochter von Gianni Schicchi: Sie droht mit Selbstmord, sollte der Erbschwindel und die damit verbundene Rettung der Hochzeit mit ihrem Verlobten Rinuccio nicht gelingen …
Das Werk zeichnet sich durch turbulente Ensembleszenen aus, wobei das Orchester die Handlung karikaturhaft unterstreicht.

Dantes „Göttliche Komödie“ spielt auch im Einakter „Arlecchino“ von Ferruccio Busoni eine Rolle: Schneidermeister Matteo aus Bergamo sitzt vor seinem Haus und liest während der Arbeit in diesem Werk. Dadurch bekommt er nicht mit, was gerade drinnen passiert: Arlecchino hat ein Rendezvous mit Matteos Frau Annunziata. Um sich des Schneiders zu entledigen, schickt er Matteo zum Schein in einen gar nicht existenten Krieg. Dann bekommt auch noch Arlecchinos Frau Colombina die Affäre mit und tröstet sich stattdessen bei Cavaliere Leandro, mit dem sich ihr Mann schließlich duelliert …
Arlecchino ist der Harlekin aus der italienischen Commedia dell’arte, einer Stegreifkomödie, die Mitte des 16. Jahrhunderts in Italien entstand und sich später in ganz Europa verbreitete. Ein Theaterstück dieser Art sah Busoni 1912 während eines längeren Italienaufenthaltes in Bologna. Nach der Fertigstellung 1916 fügte Busoni noch eine zweite Oper „Turandot“ (bekanntlich auch von Puccini vertont) hinzu. Das Doppelwerk kam 1917 in Zürich unter der Leitung des Komponisten zur Uraufführung.
Eine Besonderheit in „Arlecchino“ ist, dass die Hauptrolle lediglich eine Sprechrolle ist. Nur zu Beginn darf er hinter der Bühne ein kleines Lied singen. Insgesamt handelt es sich bei diesem Werk um eine heftige Satire, mit der nicht nur Egoismus, sondern auch Bühnenleben und Krieg verspottet werden – schließlich bestimmte zu dieser Zeit gerade der 1. Weltkrieg das politische Geschehen.

ACHTUNG: Die Premiere am 22.5.2026, 19 Uhr, ist eine Benefizveranstaltung der Leipziger Stadtbau AG. Alle Erlöse kommen der Stiftung der HMT zugute.
Karten zu 15 €, ermäßigt 11 €, HMT-Studierende 3 €

ab 11.5. unter Tel. 0341/2144-615 (Mo-Fr 13-15 Uhr) und www.reservix.de