HMT Leipzig
News & Events
Foto: Gert Mothes
HSO-Konzerte
Sonntag, 29.3.2026, 17 Uhr, Grassistraße 8, Großer Saal
Montag, 30.3.2026, 19.30 Uhr
Sinfoniekonzert
Hochschulsinfonieorchester
Paula Rosin – Sopransaxophon, Baritonsaxophon, Flöte
Linus Berg – Posaune
Emmanuel Walter (29.3.) / Gabriel Gutiérrez García (30.3.) – Klavier
Yusheng Jiang (29.3.) / Guillermo Valdivia Monsálvez (30.3.) – Bass
Valentin Steinle (29.3.) / Heinrich Eiszmann (30.3.) – Schlagzeug
Leitung: Prof. Matthias Foremny/Studierende
Programm:
Sergej Rachmaninow (1873-1943): Symphonische Tänze op. 45
Chick Corea (1941-2021): The Continents – Concerto for Jazz Quintet and Chamber Orchestra (2012) (mit Ensembles der Fachrichtung Jazz/Popularmusik)
Der 1873 im zaristischen Russland geborene Sergej Rachmaninow wurde noch kurz vor seinem Krebstod, der ihn 1943 in Kalifornien ereilte, amerikanischer Staatsbürger. Aufgrund der Oktoberrevolution hatte er bereits 1917 seine Heimat verlassen und betätigte sich dann aus finanziellen Gründen ein Jahrzehnt lang kaum als Komponist und Dirigent, sondern als Pianist, wobei er sogar seine Hände teuer versichern ließ. Was seine Kompositionen betrifft, so gab er nur 45 Werken eine Opuszahl – die „Sinfonischen Tänze“ aus dem Jahr 1940 waren dabei das letzte große Orchesterwerk. Der gerne im Luxus lebende, von teuren Grundstücken, Yachten und Autos umgebene Musiker schrieb sein Opus 45 auf Long Island bei New York im Feriendomizil. Musikalisch verwendete er Skizzen seines früheren Balletts „Die Skythen“, denn nachdem Sergej Prokofjew 1915 eine „Skythische Suite“ komponiert hatte, brach Rachmaninow seine eigene Arbeit ab.
In allen drei Tänzen verwendet Rachmaninow Zitate aus eigenen Werken, während der 2. Satz (ein Walzer) auf Tschaikowski Bezug nimmt. Im Finale ist sogar die „Dies irae“-Sequenz aus der mittelalterlichen Totenmesse zu hören, die Rachmaninow gerne zitierte.
Seine „Sinfonischen Tänze“ widmete er dem Philadelphia Orchestra und dessen Dirigenten Eugene Ormandy, die das Opus 1941 in Philadelphia uraufführten und drei Tage später in New York spielten.
1941, zwei Jahre vor Rachmaninows Tod, wurde der amerikanische Jazzpianist und -komponist Chick Corea geboren, der auch als Gründervater des Jazzrock gilt und rekordverdächtige 28 Grammy Awards erhielt. 2021 starb er.
Das Konzert für Jazzquintett und Kammerorchester „The Continents“ erschien 2012 als Doppelalbum beim Label Deutsche Grammophon. Die Zeitschrift „Jazzecho“ schrieb zu dem Werk: „Auf dieser 2-CD-Veröffentlichung präsentiert die Piano-Legende Chick Corea seine Vision der ‚Continents‘ – der Welt. Er nimmt den Hörer mit auf eine einzigartige kompositorische und instrumentalistische Entdeckungsreise. Dabei vereint Chick Corea Jazz, Latin und Klassik in eine neue, ganzheitliche Arbeit mit verblüffender Schönheit.“
Durch die Aufführung dieses Werkes kommt es erstmals zu einer ganz besonderen Zusammenarbeit: Matthias Foremny (Dirigierprofessor, Hochschulsinfonieorchesterleiter und Dekan der Fakultät I) entwickelte zusammen mit Michael Wollny (Jazzklavierprofessor und Studiendekan der Fachrichtung Jazz/Popularmusik) die Idee dazu. Warum die Wahl auf Chick Corea fiel, begründet Foremny wie folgt: „Uns scheint der Stil von Chick Corea zeitgemäß und auch angemessen virtuos im Orchesterpart. Für das Orchester wird der Wechsel mit den rein improvisierten Teilen des Jazzquintetts sehr spannend und definitiv eine wichtige Erfahrung.“
Karten zu 13 €, ermäßigt 8,50 €, HMT-Studierende 3 € und unter www.reservix.de