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Sommersemester 2017
„Turandot.Kommentar“

Interdisziplinäres Musik-Theater-Projekt der
Fachrichtungen Dramaturgie, Gesang/ Musiktheater, Komposition/ Tonsatz, Jazz/ Popularmusik, Dirigieren/ Korrepetition und Schauspiel

Sommersemester 2017„Turandot.Kommentar“ Interdisziplinäres Musik-Theater-Projekt der Fachrichtungen Dramaturgie, Gesang/ Musiktheater, Komposition/ Tonsatz, Jazz/ Popularmusik, Dirigieren/ Korrepetition und Schauspiel

 

 

Premiere: 7.4.2017, 19.30, Black Box, Dittrichring
Weitere Vorstellungen: 8.4.2017, 19.30 Uhr / 9.4.2017, 15 Uhr / 10.4.2017, 19.30 Uhr
Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn in der Cafeteria.
Publikumsgespräch am 8.4. im Anschluss an die Vorstellung.​

 

www.turandot-kommentar.com

 

„Wär' ich ihr Vater, Flammen sollten sie / Verzehren“, sagt Prinz Kalaf über Prinzessin Turandot, und kurz darauf: „Himmlische Anmut! Warme glühende Lippen! / Augen der Liebesgöttin!“ Innerhalb weniger Verse schlägt seine Abscheu in absolute Leidenschaft um, denn Kalaf hat ein Bild von Turandot gesehen. Turandot – die Schöne, die Unantastbare, Tigerin, Furie, Fleisch. Zuschreibungen für Turandot, „die Stolze“, gibt es viele, Bilder, die aus der Ferne auf sie projiziert werden. Und bloße Bilder und Blicke der Prinzen auf Turandot sind es gleichzeitig, die heftigste Gefühle bei ihnen auslösen. Auch Kalaf würde aus Sehnsucht nach ihr sein Leben opfern - „Tod oder Turandot! Es gibt kein Drittes“. Turandot aber verachtet alle Männer. Die Köpfe derer, die um sie warben und bei ihren Rätselproben versagten, sind auf der Stadtmauer Pekings aufgespießt. Düsternis herrscht im Land, Köpfe rollen schon seit langer Zeit. Bis Kalaf vor Turandot tritt, das erste Rätsel löst, dann das zweite, bald schon das dritte – Turandot erkennt, dass ihr zum ersten Mal jemand verstörend nahe kommt...
Das tragikomische Märchen Turandot von Friedrich Schiller ist nur eine Version im reichen literarischen Stoff-Gewebe um Turandot. Wer ist Turandot? - auch Schillers Stück kann, wenn überhaupt, nur eine Antwort auf diese Frage liefern. Jeder Versuch, die Figur Turandot zu fassen, scheint sich im Nichts aufzulösen. Zum ersten Mal tauchte die Geschichte im 12. Jahrhundert im Orient auf, fand ihren Weg in die europäische Märchenliteratur, schließlich auch auf die Opernbühne. Carlo Gozzi arbeitete sich teils derb komödiantisch an Turandot ab, Friedrich Schiller schuf eine idealistische Frauenfigur, zuletzt lieferte Bertolt Brecht eine politische Lesart, und Giacomo Puccini starb über seiner Oper, die Fragment blieb. „Turandot existiert nicht“, lässt er das Hofpersonal singen. „Turandot quält mich“, schrieb Puccini selber, als er die Oper komponierte. Femme fatale, Freiheitsverfechterin, gebrochene Liebende – Folie schiebt sich über Folie. Aber wer ist Turandot?
 
Im Projekt Turandot.Kommentar werfen verschiedene Fachrichtungen der HMT einen heutigen Blick auf Turandot und ihren Stoff-Kosmos. Es wurde sich durch Materialberge gewühlt, Thesen über Turandot wurden formuliert, Thesen über Turandot verworfen und der Blick ist an manchen Wörtern, Sätzen und Tönen hängengeblieben. Texte und Noten sind daraus entstanden. Neu-Kompositionen von Studierenden der Abteilungen Komposition/Tonsatz und Jazz/Popularmusik werden in einer umfassenden Auseinandersetzung mit den Turandot-Texten und Puccinis Oper zu einem neuen Musik-Theater verbunden. Schauspiel, Musik und Gesang kreisen an diesem Abend um die Geschichten und Perspektiven auf Turandot. „Ich hoffe, bald zum Ende dieser vermaledeiten Prinzessin zu gelangen“, auch das schrieb Puccini – welchen Gang nimmt es fast hundert Jahre später mit Turandot?
 
Christian Stolz
 
Projektleitung: Prof. Dr. Regine Elzenheimer (FR Dramaturgie)
Musikalische Leitung: Gaudens Bieri
Regie / Dramaturgie: Maximilian Eisenacher, Maximilian Enderle
Raum / Kostüme: Patricia Ulbricht, Lucian Patermann
Kompositionen: Fojan Gharibnejad, Jan Friedrich Ramb, Kilian Verburg / Bertram Burkert, Volker Heuken, Jonas Timm
Team Dramaturgie: Lisa Ahrens, Stefanie Hauser, Josephine Tietze, Christian Stolz, Nina Wiener
Grafik / Installation: Katharina Nesterowa
Leitung Jazz-Ensemble: Prof. Michael Wollny
Mentorin Schauspiel: Prof. Dr. Anja Klöck
Projektassistenz: Carlotta Rogge
Begleitung Tonsatz: Klasse Prof. Maren Wilhelm (Konrad Angerhöfer, Fojan Gharibnejad, Lukas Grunert, Svea Guemy, Junyu Guo, Eduardo Heringer, Helge Rieckhoff)
 
Mit: Annika Steinbach (Sopran), Severin Böhm (Tenor), Lars Conrad (Bariton), Young-June Lee (Tenor); Amelie Kriss-Heinrich, Edda Maria Wiersch, Paul Sies (Schauspieler/innen); Martin Ackermann (Klarinette), Hedwig Ohse (Violine), Richard Glaser-Beisken (Violoncello), Fabio Costa (Klavier), Bertram Burkert (E-Gitarre), Volker Heuken (Vibraphon), Andris Meinig (Kontrabass), Philippos Thönes (Drums), Jonas Timm (Piano)
 
 
 © Bild: Katharina Nesterowa, Lenn Blaschke (Kamera)

Bildergalerie Don Giovanni

(c) Siegfried Duryn

Sommersemester 2017
Don Giovanni

Wolfgang Amadeus Mozart

Sommersemester 2017Don Giovanni Wolfgang Amadeus Mozart

 

Il dissoluto punito ossia il Don Giovanni KV 527

Dramma giocoso in zwei Akten

Libretto von Lorenzo da Ponte

 

 

Musikalische Leitung                                Matthias Foremny/ Alexander Stessin/

                                                                        Gaudens Bieri und Nathan Bas

Inszenierung, Bühne, Licht                       Matthias Oldag

Kostüme                                                        Barbara Blaschke

Chöre                                                             Jens Petereit

Dramaturgie                                                 Lotta Seifert, Nina Wiener

                                                                        (FR Dramaturgie)

 

Projektbetreuung FR Dramaturgie          Prof. Dr. Regine Elzenheimer

Einrichtung und Redaktion Übertitel       Lara Kühne (Musikwissenschaft),

                                                                         Lotta Seifert und Nina Wiener

                                                                         (FR Dramaturgie)

 

A-Premiere: 20. Mai 2017

B-Premiere: 21. Mai 2017

 

Einführungen: Lotta Seifert, Christian Stolz, Josephine Tietze, Nina Wiener (FR Dramaturgie)

 

Hochschule für Musik und Theater Leipzig, Grassistraße 8, Großer Saal.

 

Wir verführen durch unsere Zerbrechlichkeit, niemals

durch unsere Fähigkeiten oder durch starke Zeichen.

Es ist diese Zerbrechlichkeit, die wir in der Verführung

ins Spiel bringen, und das verleiht ihr diese Macht.

Wir verführen durch unseren Tod, durch unsere

Verwundbarkeit, durch die Leere, die uns bedroht.

 

(Jean Baudrillard, Von der Verführung)

 

 

(c) Foto: Siegfried Duryn

 

ZWISCHEN RÄUMEN
no borders no art

Semesterarbeiten der HMT Mediendramaturgie

ZWISCHEN RÄUMENno borders no art Semesterarbeiten der HMT Mediendramaturgie

 (c) Frederieke Tambaur

 

Vom 24.-25. November 2017 stellen Dramaturgie-Studierende der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" ihre Semesterarbeiten vor. In diesem Labor Intermedia geht es um den Versuch, das Dazwischen sich einander berührender Grenzlinien auszuleuchten. Die Untersuchungen dieser Kontaktzonen stehen im Zentrum der vier multimedialen, audiovisuellen Installationen und fotografischen Arbeiten. Anstatt die Begriffe in feststehende Frames einrasten zu lassen und borders (Grenzen) und art (Kunst) als etwas nebeneinander stehendes zu betrachten, befragen die Studierenden beide Bedeutungsfelder auf ihre Schnittstellen. Die Verschiebung von Perspektiven, neue Blickachsen auf die Grenze als Topos bilden hierbei das Gerüst, das Skelett, welches von den Arbeiten neu bespannt und eingekleidet wird. 

 

Leitung

Christine Lang

(HMT Mediendramaturgie)

 

Studierende
Antje Cordes
Tim Kahn
Antonia Schulz

Mirjam Strzata

Frederieke Tambaur

 

24.11. 20 Uhr Vernissage

25.11. 17-21 Uhr

 

galerie KUB

Kantstraße 18

04275 Leipzig