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Geschichte der HochschuleDas Königliche Konservatorium der Musik | Gründung und Entwicklung im 19. JahrhundertMitte des 19. Jahrhunderts war Leipzig eine
Musikstadt von herausragender Bedeutung. Der traditionsreiche Thomanerchor, das
1781 gegründete Gewandhausorchester, erfolgreiche Musikverlage und zahlreiche
einzelne Komponisten, Virtuosen und Musikschriftsteller prägten das besondere
musikkulturelle Klima der Stadt. Vor diesem Hintergrund bestand seit den 1830er
Jahren bei verschiedenen Persönlichkeiten der Wunsch, in Leipzig eine
Ausbildungsstätte für Musiker zu gründen. Eine Realisierung dieser Idee rückte
in greifbare Nähe, als 1839 der Königlich Sächsische Oberhofgerichtsrat
Heinrich Blümner dem König Friedrich August II. eine Summe von 20.000 Talern
zur Förderung eines Instituts für Kunst oder Wissenschaft hinterließ. Unter
anderem auf Betreiben des damaligen Gewandhauskapellmeisters Felix Mendelssohn
Bartholdy (1809-1847) konnte am 2. April 1843 das Leipziger Conservatorium der
Musik als erste höhere Bildungsanstalt für Musiker im Gebiet des heutigen
Deutschland eröffnet werden.
Geschichte der Einrichtung im 20. JahrhundertEinen deutlichen Einschnitt in der
Geschichte des Konservatoriums bildete der erste Weltkrieg. Die Studentenzahlen
gingen drastisch zurück, das Haus verlor seine Internationalität. In den
Zwischenkriegsjahren konnte sich die Einrichtung insbesondere aufgrund
finanzieller Schwierigkeiten nur langsam erholen. Um die prekäre Lage
aufzufangen, wurden Entlassungen notwendig. Zudem verkaufte man Teile der
Bibliothek und vermietete das Gebäude regelmäßig als Musik-Meßhaus. Mit der Machtergreifung der
Nationalsozialisten im Januar 1933 wurde das Leben am Konservatorium zunehmend
ideologisiert. Mit Ausbruch des zweiten Weltkriegs kam der Studienalltag
allmählich zum Erliegen. Im Februar 1944 wurde das inzwischen evakuierte
Konservatoriumsgebäude durch Bomben getroffen und unter anderem der prachtvolle
Konzertsaal zerstört. Am 1. Oktober 1946 wurde die „Staatliche
Hochschule für Musik – Mendelssohn Akademie" wiedereröffnet. Nach einer
ersten Phase des schrittweisen Wiederaufbaus gelang es ab den sechziger Jahren
die Angebote auszuweiten. Besonderes Interesse galt der Förderung des
Nachwuchses in speziellen Kinderklassen. Ferner wurden neue Abteilungen wie
"Tanz- und Unterhaltungsmusik“ (1969) und „Korrepetition“ (1974)
gegründet. Nach der friedlichen Revolution im Herbst
1989 begannen erneut nachhaltige Umstrukturierungen und Veränderungen. Hierzu
gehörten der Zusammenschluss mit der 1953 gegründeten Theaterhochschule „Hans
Otto“ im Jahr 1992, durch die das Spektrum der Hochschule eine deutliche
Erweiterung fand. Es folgten die Wiedereröffnung der "Kirchenmusikalischen
Instituts" sowie die Einrichtung neuer Fachrichtungen wie "Alte
Musik" und "Jazz- / Popularmusik / Musical". Im Jahr 2001 wurde
ein neuer Großer Saal in Betrieb genommen, der 2004 vom Bund Deutscher Architekten
Sachsen prämiert wurde. Hier findet eine Vielzahl an
Hochschulveranstaltungen statt, unter anderem Sinfoniekonzerte, Operndarbietungen,
Sprechtheatervorstellungen und Musicals. Die Hochschule für Musik und
Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" hat heute ca. 950 Studierende,
die von 67 Professoren und zahlreichen Lehrbeauftragten ausgebildet werden. Die
Lehrbedingungen wurden durch das 2002 eröffnete weitere Lehrgebäude am
Dittrichring 21 deutlich verbessert. Neben Unterrichts- und Übräumen finden
sich hier zusätzliche Probebühnen und eine Handbibliothek. Seit Herbst 2004
wird die Zusammenarbeit mit dem Gewandhausorchester durch eine gemeinsam
betriebene Orchesterakademie weiter intensiviert.
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