Hochschulgebäude in der Grassistraße 8

Am 5. Dezember 1887 wurde das Hochschulgebäude Grassistraße 8 eingeweiht. Bekanntermaßen handelt es sich um das zweite Domizil des bereits 44 Jahre zuvor durch Felix Mendelssohn Bartholdy gegründeten Konservatoriums.
Als das Ausbildungsinstitut am 2. April 1843 im Hinterhof des Gewandhauses neu eröffnet wurde, schrieben sich fünf Studentinnen und 17 Studenten ein. Der erste in der bis heute geführten Inskritionsliste war Theodor Kirchner. Doch bald wurden die Räumlichkeiten zu klein, denn im Januar 1868 verzeichnete das auch international beliebte Lehrinstitut bereits den 1413. Studenten, der sich seit der Gründung einschrieb.  
Otto Günther, Direktionsvorsitzender des Konservatoriums, entwarf ein Bauprogramm für ein neues Gebäude. Erste Skizzen stammen von Stadtbaudirektor Hugo Licht, dem Architekten der Grassistraße 8. Günther forderte unter anderem »30 Lehrerzimmer, 7 m tief, 4 ½ m breit«, einen großen Saal mit 600 Sitzplätzen in Form von Klappsitzen sowie »breite Treppen« und »breite Corridore«. Die Arbeiten begannen im April 1885 und bereits zwei Jahre später war das Haus fertiggestellt. Zur Einweihung am 5. Dezember 1887 erklangen Beethovens Ouvertüre »Zur Weihe des Hauses«, Mendelssohns 98. Psalm und Webers »Jubel-Ouvertüre«.
Da das drei Jahre vor der Grassistraße 8 eingeweihte Neue Gewandhaus 1944 durch Bombenangriffe getroffen, 1968 gesprengt und abgetragen wurde, handelt es sich bei dem Hochschulgebäude nun um das älteste erhaltene Haus in der Süd-West-Vorstadt. Zudem ist es das älteste deutsche Musikhochschulgebäude.
Doch auch das Konservatorium überstand den Zweiten Weltkrieg nicht unbeschadet: der prunkvolle Große Saal wurde bei einem Luftangriff 1944 zerstört. Heute verfügt die Hochschule über einen modernen und technisch hervorragend ausgestatteten Saalneubau mit 430 Plätzen. Er wurde von dem Dortmunder Architekturbüro Gerber errichtet, 2001 eingeweiht und 2004 mit einem Preis des Bundes Deutscher Architekten / Sachsen ausgezeichnet. Hier sind die etwa 900 Studierenden der HMT bei Konzerten des Hochschulsinfonieorchesters, Opernaufführungen, Jazzveranstaltungen, Schauspielabenden, Orgelkonzerten (seit 2002 verfügt der Saal über eine moderne Orgel der Firma Eule), Wettbewerben und zahlreichen anderen Events zu erleben. Ein zweiter wichtiger Saal im Haus ist der Kammermusiksaal mit 120 Plätzen und der Collon-Orgel.

 

Hochschulgebäude am Dittrichring 21

Am 7. November 2002 konnte die Hochschule ihr Zweitgebäude Dittrichring 21 beziehen. Nachdem die HMT neben der Grassistraße 8 bis dahin an mehreren Standorten im gesamten Stadtgebiet zu finden war, haben seitdem sieben von insgesamt 13 Fachrichtungen bzw. Instituten dort ihre neuen Räumlichkeiten gefunden.
Das 1904 vom Königlich-Sächsischen Baurat und Architekten Anton Käppler entworfene Gebäude wurde 1908 als Verwaltungsgebäude der Lebensversicherung zu Leipzig fertiggestellt. 1923 kam es in den Besitz der Darmstädter und Nationalbank Filiale Leipzig, wobei eine glasüberdachte Schalterhalle im großen Innenhof und Tresorräume im Kellergeschoss (Architekt: Erich Basarke, Chemnitz) eingebaut wurden. 1936 zog die Dresdner Bank ein, 1947 das Arbeitsamt und 1952 nutzte die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF), Kreisverband Leipzig einzelne Räume, weswegen das Gebäude auch heute noch bei vielen Messestädtern als ehemaliges „Haus der DSF“ bekannt ist. Nach der Friedlichen Revolution erwarb der Freistaat Sachsen das Gebäude und es wurde der Landesmusikschule Leipzig zugewiesen, 1994 durch das Archiv der Staatsbank Berlin und 1995 durch die Dresdner Bank mitbezogen. Ab 1996 nutzte die Hochschule dort einzelne Proberäume, ab 1997 auch die Hochschule für Grafik und Buchkunst.
Bereits 1995 hatten erste Planungsarbeiten für den Umbau und die Sanierung begonnen. 1997 startete der 1. Bauabschnitt mit Dacherneuerung und Fassadensanierung noch bestehender Kriegsschäden und Verwitterungen durch Umwelteinflüsse. Die Musikschule zog 1998 aus. Im Jahr 2000 begann der zweite Bauabschnitt mit inneren Umbaumaßnahmen.
Der Große Probesaal mit 225 Quadratmetern Fläche, der heute 99 Zuschauern Platz bietet und eine wichtige Spielstätte der Hochschule darstellt, wurde als Kernstück durch den Abbruch der alten Schalterhalle und der Decke zwischen Kellergeschoss und Erdgeschoss eingerichtet. Zudem konnte die repräsentative Eingangshalle nach historischem Vorbild wieder hergestellt werden. Die zwei historischen Mühltafeln von 1703 und 1705, die jetzt im Teppenhaus hängen, erinnern an die auf dem damaligen Areal errichteten Barfußmühlen (naheliegendes Kloster der »Barfüßer« genannten Franziskaner), die 1898 abgebrochen wurden. Ein umfängliches Raumarsenal mit einer Gesamtfläche von 5615 Quadratmetern wurde mit dem Einbau von Bewegungsräumen, Probebühnen, Balletträumen, Übungsräumen, Unterrichtsräumen, Ton- und Kamerastudio, Videostudio, Computerlabor, Theatertischlerei und Bühnenwerkstatt der Hochschule zur Verfügung gestellt und bietet herrvorragende Ausbildungsbedingungen.

 

Hochschulgebäude in der Grassistrasse 1

Seit 1951 ist die Grassistraße 1 – das so genannte »Bläserhaus« – ein Gebäude der Hochschule. Doch seine Geschichte reicht bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück.
Der städtische Baukommissar Haubold befürwortete am 25. März 1897 das Bauvorhaben auf dem Grundstück des Herrn Edmund Waldemar Polz an der Ecke Grassistraße/Wächterstraße. Bereits im Dezember 1897 war der Rohbau fertig gestellt und im darauf folgenden Jahr vollendet. Zeitgemäß vermischte man italienische Renaissancearchitektur mit klassizistischen Elementen und verwendete aufwändige Sandsteinplastiken und Schmiedekunst auf Terrasse, Balkon und dem Dach.
Am 11. August 1915 wurde das Grundstück des Herrn Polz auf seine Frau umgeschrieben. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und den gesellschaftlichen Umwälzungen der Folgejahre übergab Anna Polz am 1. Februar 1924 die Verwaltung des Grundstückes an die Leipziger Immobiliengesellschaft – Bank für Grundbesitz Aktiengesellschaft. Diese wiederum verkaufte es dem Fabrikbesitzer Ferdinand Beykirch am 26. Juni 1924. Nach dem Ende der Weimarer Republik fiel es 1933 unter die Zwangsverwaltung des Kaufmannes Hugo Melle, der es am 9. August 1934 zur Zwangsversteigerung ausschrieb. Schließlich wurde das gesamte Grundstück am 15. November 1934 an die Sparkasse der Stadt Leipzig für 100 000 Reichsmark versteigert. Der Schätzwert betrug zu dieser Zeit circa 202 800 Reichsmark.
Erst ein Bericht über die Überführung von Sachvermögen der Sparkasse in Volkseigentum vom 15. Januar 1952 ist nächster Anhaltspunkt zur Geschichte des »Bläserhauses«. Die Staatliche Hochschule für Musik Leipzig war laut dieser Schrift seit dem 1. Januar 1951 der Rechtsträger des Anwesens Grassistraße 1 im Sinne eines Eigentums des Volkes. Die Hochschule blieb in den folgenden Jahren damit beschäftigt, die Kriegsschäden an der Villa zu beheben. Durch die Bombenangriffe auf Leipzig war das Gebäude erheblich beschädigt worden. Die Außenarbeiten wurden am 13. September 1955 mit Baukosten in Höhe von 29 000 DM begonnen.
Auch in den Jahren 1962/1963 wurden umfangreiche Bauarbeiten im Haus vorgenommen. Doch die Möglichkeiten nur das Nötigste an Mängeln beheben zu können, forderten 1985 ihren Tribut; Havarie und Einsturzgefahr wurden von der Verwaltung ausgerufen. Die Trägerbalken waren durchgefault und von Schwamm sowie Insektenfraß beschädigt. Nachdem sich das Grundstück seit 1990 im Besitz des Freistaates Sachsen befindet, sind die in mehreren Bausbschnitten erfolgten Restaurierungsarbeiten endgültig abgeschlossen. Das »Bläserhaus« mit seinen Unterrichts- und Übräumen, dem Senatssaal und dem Wintergarten als neue Verstaltungsstätte kann seit 2011 wieder vollständig genutzt werden.

 

Hochschulgebäude in der Beethovenstraße 29

Ab dem Wintersemester 2013/2014 nutzt die Hochschule als vierten Standort interimsweise das Gebäude in der Beethovenstraße 29 für das Institut für Musikpädagogik.
Das 1892 durch den Architekten Gustav Geyer errichtete Mehrfamilienhaus befindet sich im Herzen des Musikviertels, demnach nur einige Schritte von den HMT-Gebäuden Grassistraße 1 und 8 entfernt. Das sechsgeschossige Haus ist mit seiner Fassade aus roten Ziegelverblendern und den zurückhaltend angebrachten Schmuckbändern eines der markantesten Bauten auf der Beethovenstraße.
1992 erstmals modernisiert wurde das Gebäude in den Folgejahren überwiegend als Bürohaus genutzt. Im Zuge dieser frühen Baumaßnahme wurden zahlreiche historische Elemente erhalten und für die Zukunft konserviert.
Die Leipziger Stadtbau AG hatte in der Beethovenstraße 29 von 1992 bis 2001 ihren Sitz. Seinerzeit nutzte sie das Erd- und das erste Obergeschoss. Die HMT bezieht Räume in verschiedenen Etagen des Hauses.

 

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