Sommersemester 2015

Musikgeschichte im Überblick

Vorlesung und Übung Musikgeschichte im Überblick II: Prof. Dr. Marianne Betz (Kurs A) · Prof. Dr. Christoph Hust (Kurs B) · Prof. Dr. Martina Sichardt (Kurs C)

Vorlesung und Übung Musikgeschichte im Überblick IV: Dr. Benedikt Leßmann (Kurs A) · Prof. Dr. Marianne Betz (Kurs B) · Prof. Dr. Martina Sichardt (Kurs C)

 

Vorlesung

Die Sinfonie um 1800 (Prof. Dr. Christoph Hust)

In den Jahrzehnten um 1800 geriet die Sinfonie an die Spitze einer imaginären Pyramide der Gattungshierarchie instrumentaler Musik im deutschsprachigen Raum. Vom Streichquartett durch den Anspruch auf Universalität abgesetzt, transportierte sie in besonderem Maße ein kulturelles Selbstbild. Die Vorlesung möchte Hintergründe dieses Prozesses aufzeigen, die von kompositions- bis institutionsgeschichtlichen Problemen, von ästhetischen bis nationalen Diskursen, von Gender- bis Kanonisierungsfragen reichen. 

 

Proseminare

Georg Friedrich Händels Concerti grossi und Johann Sebastian Bachs Brandenburgische Konzerte (Dr. Wolfgang Gersthofer)

 

Die Opern Carl Maria von Webers (Dr. Wolfgang Gersthofer)

 

Zur Sinfonik im 20. Jahrhundert (Hon.-Prof. Dr. Christoph Sramek)

Ausgewählte Beispiele von Mahler und Sibelius über Skrjabin und Schostakowitsch bis zu Messiaen, Schnittke und Berio.

 

Komplexe computerbasierte Musikanalyse auf der Basis von similarity matrix und self-organizing map (Egor Poliakov)

Eine Einführung in die modernen computerbasierten Repräsentationsformen der musikalischen Form- und Tonalitätsentwicklung. Vorstellung verschiedener Softwaretools sowie Analyse ausgewählter Werke. Es sind keine besonderen Computerkenntnisse notwendig.

 

Einführung in die Musikwissenschaft am Beispiel der ästhetischen und musikalischen Konzepte von Gilles Deleuze (Sarvenaz Safari)

Das Seminar verfolgt das Ziel, die ästhetischen und musikalischen Konzepte, die von der Philosophie Gilles Deleuzes angeregt sind, näher kennen zu lernen. Sie werden mit anderen außermusikalischen Komponenten und Bereichen, wie etwa dem Kino und der Literatur, verknüpft. Das Seminar beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Prinzip der Wiederholung und der Differenz anhand einiger Vokalkompositionen bzw. Musiktheaterwerke von Komponisten wie Bernhard Lang, Georges Aperghis und Pascal Dusapin. 

 

Musik und Emotion (Dr. Ruth Seehaber)

Wie kommt es, dass die Kombination von Tönen in uns Stimmungen und Gefühle auslöst? Auf der Suche nach einer Antwort beginnt die Veranstaltung zunächst mit einem historischen Überblick über die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung von Musik und mit ihrer Wirkung auf die menschliche Psyche. Anhand von ausgewählten Texten werden nicht nur die verschiedenen Erklärungsmodelle erörtert, sondern auch deren Niederschlag etwa in der musikalischen Affektenlehre thematisiert. Der zweite Teil der Veranstaltung führt in die musikpsychologische Forschung bis hin zu deren aktuellen Ergebnissen in Hinblick auf den Einfluss von Musik auf den Menschen und seine Emotionen ein. Am Beispiel verschiedener empirischer Untersuchungen wird gezeigt, wie sich emotionale Reaktionen auf Musik messen lassen und welche Schwierigkeiten sich dabei ergeben.

 

Hauptseminare

Klaviermusik im Schumann-Kreis (Prof. Dr. Christoph Hust)

Das Hauptseminar widmet sich Gattungen und Formen der Klaviermusik in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wobei der Kreis um Robert Schumann im Zentrum des Interesses stehen wird. Neben Beiträgen von Robert und Clara Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy und Fanny Hensel sollen auch Kompositionen heute weniger namhafter Komponisten wie Ludwig Böhner, Norbert Burgmüller, Ludwig Schuncke, Friedrich Wieck und anderen erkundet werden. Teilnahmevoraussetzung ist (neben guten Kenntnissen im Lesen von Frakturschrift) daher die Neugier auch auf vergleichsweise unbekanntes Repertoire. 

 

Beethovens Kammermusik (Prof. Dr. Martina Sichardt)

Beethovens Kammermusik gehört zum Kernbestand unseres Kammermusik-Repertoires. Mögliche Perspektiven des Seminars: Komponierte Melancholie (op. 18/6) – Entstehung einer neuen Gattung (Violoncello-Sonaten op. 5) – Beethovens "neuer Weg" – der „späte Beethoven“: Ablehnung und Unverständnis – kompositorische Nachwirkung – wie klang Beethovens Kammermusik zur Zeit ihrer Entstehung? – ein Blick in die 'Werkstatt' – Interpretationsvergleich. 

 

Musik im Osten III: Russland (Dr. Kateryna Schöning)

Das Seminar behandelt die Musikgeschichte Russlands: von frühen Volksformen bis zur Musik im 21. Jahrhundert. Es bietet sich die Möglichkeit, einschlägige russische Werke kennenzulernen und Haupttendenzen der Entwicklung der russischen Musik im kulturellen Kontext Europas zu erörtern.

 

Übungen / Kolloquium

Quellenkunde zur Aufführungspraxis IV (Dr. Kateryna Schöning)

Traktate, Instrumental- und Gesangsschulen aus dem 18. Jahrhundert von Montéclair, Rameau, Fux, Corrette, Mattheson, Quantz, Bach, Kuhnau, Türk u. a. Das Seminar verfolgt das Ziel, sich nicht nur mit den Quellen vertraut zu machen, sondern sie kritisch zu diskutieren und nach historisch-theoretischen und praktischen Zentralfragen systematisch einzuordnen.

 

Notationskunde IV (Claudia Nauheim)

Notation im 16. Jh.: Kanontechniken, Erweiterungen des alla Breve, Entwicklung des alla breve, Madrigale a note nere/ note bianche etc. 

 

Kolloquium zu Seminar- und Abschlussarbeiten (Prof. Dr. Martina Sichardt)